Es gibt im Irischen 5 Fälle bzw. Kasus (tuisil). Dies sind die 4 Fälle des Deutschen (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) sowie den Vokativ als 5. Fall. Im offiziellen Standard gibt es hingegen nurmehr 3 Fälle, da Nominativ, Akkusativ und Dativ zu einem Kasus zusammenfallen. In englischsprachigen Grammatiken wird der Nominativ/Akkusativ/Dativ daher als "common case" zusammengefaßt. Der Dativ hat allerdings in einigen Dialekten und in älterer Literatur noch eigene Formen. Hinzu kommt, daß andere Lenitions- bzw. Eklipseregeln im Dativ gelten, daher wird hier nicht auf die Bezeichnung "Dativ" verzichtet [1 ]. Nominativ und Akkusativ sind indes seit Jahrhunderten gleich, so daß 4 Fälle übrigblieben: Nominativ/Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Hier sind nun alle 5 Fälle einzeln beschrieben, da sie in irischsprachigen Grammatiken oft auch einzeln behandelt werden und diese Einteilung die Vergleichbarkeit mit der deutschen Grammatik erhöht.
als Subjekt eines Satzes
z.B.: Itheann an fear. = Der Mann ißt.
als Subjekt und Prädikatsnomen eines Kopulasatzes
z.B.: Is é an dochtúir an fear. = Der Mann ist der Arzt.
als Subjekt und Objekt als Nominativus absolutus (absoluter Nominativ, an t-ainmneach leithliseach) zur Änderung der Wortstellung im Satz. (Links- bzw. Rechtsverschiebung)
z.B.: An fear a chonaic mé inne, bhí sé ag dul abhaile. = Der Mann, den ich gestern gesehen hatte, der ging nach Hause.
Nominativ anstelle des Genitivs, sog. "funktioneller Genitiv", siehe dort.
Der Nominativ wird mit folgenden Präpositionen verwendet: seachas, go dtí (beide enthalten Verben, deren Subjekt nominell das Substantiv im Nominativ ist: seachas = seach + is = "als ist", go dtí = "bis komme")
Nominativ- und Akkusativform sind identisch.
Die Dativform ist im Standard mit einigen Ausnahmen auch mit der Nominativform identisch.
In den Dialekten werden aber oft Nichtstandard-Dativformen auch im Nominativ/Akkusativ verwendet (z.B. Éirinn statt Éire, in Conamara z.B. bróig statt bróg)
Nominativ Singular (ainmneach uatha)
Das ist die Grundform, wie man sie im Wörterbuch findet.
Nominativ Plural (ainmneach iolra)
Zur Bildung des Nominativ Plural siehe unter Plural.
Substantiv als Attribut eines anderem Substantivs
Genitivattribute stehen immer nach dem näher bestimmten Substantiv. Sie ähneln somit attributiven Adjektiven.
Im Deutschen treten oft Zusammensetzungen statt eines Genitivs auf.
Die Bedeutung des Attributs kann sein:
Geldwerte, Alter u.a. Maße: stampa scillinge = 1-Shilling-Marke, leanbh bliana = einjähriges Kind ("Kind [eines] Jahres")
Apposition: einige Genitive werden als Appositionen aufgefaßt, oft zur Geschlechtsbestimmung: baintreach fir = Witwer ("Witwe [des] Mannes" > "Witwe+Mann" > "männliche Witwe"), dochtúir mná = Ärztin ("Arzt [der] Frau" > "Arzt+Frau" > "weiblicher Arzt"), macaoimh mná = junge Frau ("junge Person [der] Frau" > "weibliche junge Person")
Genitiv der Handlung. Hier ist zu unterscheiden:
Objekt transitiver Handlung (objektiver Genitiv)
Nach Substantiven, die transitive Tätigkeiten bezeichnen, bezeichnet der Genitiv stets das Objekt der Tätigkeit, nie deren Subjekt:
grá Dé = die Liebe zu Gott (nicht: die Liebe von Gott! Im Deutschen würde "die Liebe Gottes" aber eher letzteres bedeuten!)
Subjekt intransitiver Handlung (subjektiver Genitiv)
Nur nach Substantiven, die intransitive (objektlose) Tätigkeiten beschreiben, kann das Subjekt mittels eines Genitivs beschrieben werden:
imeacht na traenach = die Abfahrt des Zuges; seitreach capaill = Pferdegewieher ("Gewieher [des] Pferdes")
Substantiv als Objekt des Verbalnomens (hier infinitivisch verwendet und so von obigem attributivem Genitiv der Handlung zu unterscheiden)
bestimmtes Substantiv nach dem Verbalnomen:
Tá sé ag déanamh na hoibre = Er macht die Arbeit ("Er ist bei Machen der Arbeit")
unbestimmtes Substantiv nach dem Verbalnomen, wenn es kein weiteres Attribut hat:
Tá sé ag cur báistí = Es regnet ("Es ist bei Legen [eines] Regens")
ein Substantiv innerhalb einer Verbalnomenkonstruktion, das mit der Präposition a (= "zu") vor dem Verbalnomen steht, wenn die gesamte Verbalnomenkonstruktion das Genitiv-Attribut eines weiteren Substantivs ist (im Deutschen steht meist das Partizip I); siehe auch Verbalnomen als Attribut:
fear na mná a phógadh = der die Frau küssende Mann ("Mann der Frau zu küssen")
Substantiv nach bestimmten Präpositionen
nach den Genitiv-Präpositionen (ursprünglich Substantive) trasna, chun, cois, timpeall, fearacht, tar éis z.B.: trasna an ghoirt = quer durch das Feld ("quer des Feldes")
nach zweigliedrigen abgeleiteten Präpositionen (die Substantive enthalten) z.B. ar aghaidh = vor ("auf Gesicht") z.B.: ar aghaidh an tí = vor dem Haus ("auf Gesicht des Hauses")
nach Substantiven wie: mórán (viel), beagán (wenig), neart (eine Menge), roinnt (einige, etwas), dóthain (genug), breis (weitere), cuid (Teil) u.ä.
z.B. roinnt bainne = etwas Milch, a cuid gruaige = ihr Haar (wörtl. "ihr Anteil [des] Haares")
nach Adverbien wie: go leor (viel, genug), níos mó (mehr) z.B. níos mó bainne = mehr Milch
Substantive, insbes. Verbalnomen, zur Bildung von Partizipien, meist mit den Vorsilben so-, do-, in-.
Mit gewöhnlichen Substantiven ist dies heute selten, bei Verbalnomen entspricht der Genitiv oft dem Verbaladjektiv, daher dort erläutert (siehe Verbaladjektive).
Wenn zwei (oder seltener auch mehrere) Substantive nacheinander auftreten, die in einer Genitivbeziehung stehen, sind zwei Fälle zu unterscheiden:
- Beide Substantive haben Genitivform. Es tritt also ein doppelter Genitiv auf.
- Eines der Substantive verbleibt trotz Genitivfunktion im Nominativ. Das ist der sog. "funktionelle Genitiv"
wenn unbestimmte Genitive auftreten. (Ein unbestimmter Genitiv ist quasi Teil eines mit deutschen zusammengesetzten Substantiven vergleichbaren Ausdrucks, z.B.: bád adhmaid = Holzboot, scian phóca = Taschenmesser, meán oíche = Mitternacht).
Hierbei treten folgende Möglichkeiten auf:
Alle Substantive in Genitivbeziehung sind unbestimmt, Bezugswort und erstes Genitivattribut bilden eine Einheit
z.B.: [[scoil phobail] chathrach] = Stadtvolksschule (wörtl.: "(eine) Schule (eines) Volkes (einer) Stadt")
Wenn hingegen die beiden Genitivattribute bereits eine Einheit bilden, tritt ein funktioneller Genitiv auf, d.h. das erste Genitivattribut bleibt im Nominativ
z.B.: [bata [fear siúil]] = der Stock des Wanderers
Das 1. Genitiv-Substantiv ist unbestimmt und bildet mit dem Beziehungswort eine Einheit:
D.h., ein solcher zusammengesetzter Ausdruck hat ein zusätzliches Genitivattribut.
z.B.: [fear ionaid] [an rí] = der Vertreter des Königs (wörtl.: "Mann [einer] Einheit des Königs", enthalten ist: fear ionaid = Vertreter, wörtl. "Mann [einer] Einheit", "Einheitsmann");
[scian phóca] [an tsaighdiúra] = das Taschenmesser des Soldaten [mála scoile] [an bhuachalla] = die Schultasche des Jungen
Das 2. Genitiv-Substantiv ist unbestimmt, d.h. es bildet mit dem 1. Genitiv-Substantiv eine Bedeutungseinheit:
D.h., der gesamte zusammensetzte Ausdruck wird zum Genitiv-Attribut, wobei dann beide Substantive im Genitiv stehen
z.B.: [seol] [an bháid adhmaid] = das Segel des Holzbootes (wörtl. "Segel des Bootes [des] Holzes");
[Cúirt] [an Mheáin Oíche] = Der Hof der Mitternacht (wörtl. "Hof der Mitte [der] Nacht", The Midnight Court, Titel eines ir. Gedichts)
wenn das 1. Substantiv in Genitivrelation ein Verbalnomen ist. Dieses steht immer im Genitiv (siehe Verbalnomen als Attribut)
z.B.: fear inste scéil = Geschichtenerzähler, lucht foghlamtha na Gaeilge = die Irischlernenden (wörtl. "Leute [des] Lernens des Irischen")
wenn ein Substantiv bereits ein bestimmtes Genitiattribut hat, mit dem es eine Einheit bildet, und diese gesamte Einheit nun selbst zum Genitiv-Atttribut eines weiteren Substantivs werden soll, das davortritt. (Solche Einheiten aus Substantiv und bestimmten Genitivattribut sind z.B.: mac Sheáin = Seáns Sohn, Contae na Gaillimhe = County Galway, Poblacht na hÉireann = die Republik Irland, fear an tí = der Mann des Hauses)
Eine doppelte Genitivform kann hier nicht auftreten, nur das letzte Substantiv steht im Genitiv. Stattdessen bleibt das erste Substantiv im Nominativ, obwohl es "funktionell" jetzt in einer Genitivbeziehung steht. Es wird aber (sofern möglich) stets leniert.
z.B.: teach mhac Sheáin = Das Haus des Sohnes von Seán (wörtl.: "Haus Sohn Seáns")
príomchathair Chontae na Gaillimhe = die Hauptstadt des County Galway (wörtl.: "Hauptstadt County des Galway")
stair Phoblacht na hÉireann = die Geschichte der Republik Irland (wörtl.: "Geschichte Republik des Irlands")
seomra fhear an tí = das Zimmer des Mannes des Hauses
Obige Konstrukte können nun insgesamt wieder zum Attribut eines weiteren Substantivs werden, wobei wiederum ein funktioneller Genitiv verwendet wird. Es können somit unendlich viele funktionelle Genitive hintereinander stehen:
z.B.: fuinneog theach mhac Sheáin = das Fenster des Hauses des Sohnes von Seán dáth fhuinneog theach mhac Sheáin = die Farbe des Fensters des Hauses des Sohnes von Seán tús stair Phoblacht na hÉireann = der Beginn der Geschichte der Republik Irland
wenn ein Substantiv ein unbestimmtes Genitivattribut hat, mit dem es eine Einheit bildet, und diese gesamte Einheit nun selbst zum Genitiv-Atttribut eines weiteren Substantivs werden soll, das davortritt. Ähnlich wie im vorherigen Fall tritt hier kein doppelter Genitiv auf. Das erste Substantiv bleibt in der Nominativform, jedoch tritt nicht prinzipiell Lenition auf.
Im Falle der Darstellung von Besitz oder Zugehörigkeit tritt keine Lenition auf:
z.B.: doras teach tabhairne = Tür eines Pubs, bata fear siúil = Stock eines Wanderers, eiteog gabhlán gaoithe = Flügel eines Mauerseglers Im Falle einer rein adjektivischen Funktion und Definition wird nach femininen Substantiven leniert,
z.B.: doras theach tabhairne = eine Pubtür (eine für Pubs typische Tür), eiteog ghabhlán gaoithe = ein Mauerseglerflügel (ein Flügel in der typ. Form eines Mauerseglers)
Neben dem schon genannten funktionellen Genitiv gibt es weitere Situationen, in welchen gewöhnlich die Form des Genitivs nicht verwendet wird, sondern das Substantiv in der Grundform verbleibt.
Dies sind insbesondere:
bei Substantiven zur Mengenangabe (z.B. neart, roinnt, cuid, etc), wenn darauf ein partitiver Genitiv oder ein partitiver Dativ folgt.
z.B.: Tá sé ag ól roinnt bainne = Er trinkt etwas Milch
wenn ein unbestimmtes Substantiv nach dem Verbalnomen steht und mit einem weiteren Attribut versehen ist.
z.B.: Tá sé ag léamh leabhar maith = Er liest ein gutes Buch (siehe auch Genitiv mit Verbalnomen)
wenn ein Substantiv mit der Präposition a (= "zu") vor dem Verbalnomen in Infinitivkonstruktionen ("Infintiv mit zu") steht, stattdessen Akkusativ.
z.B.: Ba mhaith liom cluiche a imirt = Ich möchte ein Spiel spielen ("Wär gut mit-mir, ein Spiel zu spielen")
wenn ein Verbalnomen Objekt eines anderen Verbalnomen ist. Stattdessen steht wie im Deutschen eine Infinitivkonstruktion:
z.B.: ag iarraidh fiafraí = versuchen zu fragen
bei Substantiven mit Zahlen
bei Substantiven nach Kardinal- und Ordnungszahlen (nur nach 1 bzw. 1. ist der Genitiv möglich, aber nicht nach 11 etc.)
z.B.: teach an dara fear = das Haus des zweiten Mannes, stampa dhá scilling = 2-Shilling-Marke
bei Substantiven gefolgt von Zahlen oder Buchstaben zur Nummerierung
z.B.: roth bus a haon = das Rad des Busses Nr. 1
bei weiblichen Personennamen, wenn sie mit einem Adjektiv-Attribut oder mit einem Nachnamen stehen:
z.B.: teach Bhríd Rua = das Haus der rothaarigen Bríd, teach Bhríd Ní Cheallaigh = Bríd Kellys Haus (aber: teach Bhríde = Bríds Haus)
nach den eher adjektivisch benutzen Substantiven cúpla (= "ein paar, einige") und méad in cá/cé mhéad (= "wieviele", wenn mit zählbaren Substantiven). Hiernach tritt Nominativ Singular auf.
z.B.: Tá sé ag ól cúpla deoch. = Er trinkt ein paar Drinks. Cá mhéad fear atá ann? = Wieviele Männer sind da?
nach Präpositionen, die eigentlich den Genitiv verlangen
wenn das Substantiv Teil einer Infinitivkonstruktion ist (ähnlich wie im Deutschen).
z.B. le linn an cluiche a bheith ar siúil = während das Spiel lief (kein Genitiv) aberle linn an chluiche = während des Spieles (Genitiv)
wenn ein Verbalnomen unmittelbar nach einer abgeleiteten Präposition steht.
z.B.: le linn dul abhaile = während des Nachhausegehens (siehe aber auch Genitiv + Verbalnomen)
wenn ein Verbalnomen unmittelbar nach chun in der Bedeutung um zu steht.
In den Dialekten wird teilweise und in unterschiedl. Ausmaß in weiteren Fällen auf den Genitiv verzichtet [2 ]
Der Genitiv kann u.a. einen Teil des Ganzen bezeichnen. Dies ist der partitive Genitiv Stets verwendet wird er bei unbestimmten Substantiv. (Im Deutschen steht hier meist der Nominativ statt des Genitivs).
z.B. roinnt airgid = etwas Geld (wörtl.: "ein Teil Geldes"), ceathrú úill = ein Viertel Apfel
Stattdessen kann jedoch wahlweise bei bestimmtem Substantiv der partitive Dativ mit der Präposition de mit dem Artikel eingesetzt werden ( im Deutschen stünde hier aber eher partitiver Genitiv!).
z.B.: cuid den airgead = ein Teil des Geldes ("Teil von dem Geld"), ceathrú den úll = ein Viertel des Apfels ("von dem Apfel"), roinnt de na fir = einige der Männer ("Anteil von den Männern") Dies gilt stets dann, wenn das erste Substantiv unbestimmt bleiben soll:
vgl.: cuid den airgead = ein Teil des Geldes (Dativ); cuid an airgid = der Teil des Geldes (Genitiv)
Der partitive Dativ ist sogar stets notwendig, wenn das Bezugswort bereits bestimmt ist (z.B. durch ein Possessivpronomen; auch hier stünde im Deutschen der Genitiv).
z.B.: mo chuid den airgead = mein Teil des Geldes ("mein Teil von dem Geld") Der Dativ ist hier nötig, da hier ein Genitiv zu einer Doppelbestimmtheit des ersten Substantivs (des Bezugsworts) führen würde (durch ein Possessivpronomen und ein bestimmtes Genitivattribut). Eine doppelte Bestimmung wird jedoch stets vermieden.
Durch bestimmte Genitiv-Attribute gilt prinzipiell auch das Bezugswort selbst als bestimmt. Es darf also selbst nicht zusätzlich bestimmt werden (z.B. durch einen Artikel oder ein Possessivpronomen)!
z.B.: teach an dochtúra = das Haus des Doktors (nicht: ein Haus des Doktors!)
teach m’athar = das Haus meines Vaters (nicht: ein Haus meines Vaters!)
teach Sheáin = Johns Haus (nicht: ein Haus Johns!)
(Dies entspricht im Deutschen Wendungen wie eben "Johns Haus", oder "des Kaisers Bart", wo das Genitivattribut bestimmt ist und hierdurch auch das Bezugswort bestimmt wird; im Gegensatz zu: "der Bart des Kaisers", wo beide Substantive den Artikel tragen müssen)
Treten mehrere Genitivattribute auf, so reicht ein bestimmtes Genitivattribut, um den ganzen Ausdruck als bestimmt zu markieren.
Kombinationen eines bestimmten Genitiv-Attribut mit einem unbestimmt bleibendem Bezugswort sind also nicht möglich (z.B. ein Haus des Doktors). Hier bedarf es stattdessen einer Präposition: z.B. teach don dochtúir = ein Haus des Doktors, wörtl.: "ein Haus zu-dem Doktor", cara dá cuid = einer ihrer Freunde, wörtl.: "Freund von ihrem Teil"
unbestimmte Genitivattribute treten häufig dann auf, wenn im Deutschen ein zusammengesetztes Substantiv verwendet würde. Auch im Irischen bilden Bezugswort und Genitivattribut dann eine enge Einheit. Hier tritt bei Bestimmtheit der Artikel vor das Bezugswort, nicht vor den Genitiv.
z.B. an scian phóca = das Taschenmesser, an deireadh seachtaine = das Wochenende).
Somit entstehen je nach Verwendung eines bestimmten oder unbestimmten Genitivattributs unterschiedl. Bedeutungen,
vgl.: an deireadh seachtaine = das Wochenende; deireadh na seachtaine = das Ende der Woche
Genitiv Singular (ginideach uatha)
Form:
Die Bildung des Genitivs erfolgt auf unterschiedliche Weise.
Hierdurch werden die Deklinationsgruppen unterschieden. Die Bildung ist (relativ) einfach und regelmäßig (vorausgesetzt man weiß, zu welcher Deklinationsgruppe ein Wort gehört).
Genitiv Plural (ginideach iolra)
Form:
= Nominativ-Singular bei schwachem Plural Dies umfaßt im Standard die meisten Substantive der 1.Deklination z.B.: an fear - na bhfear (der Mann - der Männer),
sowie viele der 2. Deklination (jedoch oft entpalatalisiert!)
z.B. an bhróg - na mbróg (der Schuh, der Schuhe); an tsúil - na súl (das Auge, der Augen)
= Nominativ-Plural bei starkem Plural Hierzu gehören fast alle Substantive der 3. und 4. Deklination, die meisten der 5., einige der 2. und 1.Deklination.
z.B.: an cailín - na cailíní - na gcailíní (das Mädchen - die Mädchen - der Mädchen) [3 ]
= Genitiv-Singular, Hierzu gehören einige Substantive der 5. Deklination (mit Genitiv Singular auf -n, -d) z.B.: an cara - an charad - na gcarad (der Freund - des Freundes - der Freunde)
nur ausnahmsweise auch bei Genitiv Singular auf -ch: na caorach - na gcaorach (des Schafes, der Schafe)
unbestimmte Substantive:
Hier kann vereinfachend gesagt werden, daß sich unbestimmte Genitivattribute wie attributive Adjektive verhalten (s.a. Lenition der Adjektive)
Allerdings gibt es nach femininen Substantiven reichlich Ausnahmen.
unleniertnachmaskulinen Substantiven im Nominativ Singular
z.B. fear céile = Ehemann leniertnachmaskulinen Substantiven im schwachen Plural (auf schlanken Konsonanten)
z.B. na fir chéile = die Ehemänner leniertnachmaskulinen Substantiven, die selbst im Genitiv (auf schlanken Konsonanten) stehen
z.B. an fhir chéile = des Ehemannes, teach pobail bhaile = Kirche eines Dorfes (endet das maskuline Substabtiv im Genitiv jedoch nicht auf einen schlanken Konsonanten, tritt keine Lenition auf)
leniertnachfemininen Substantiven im Nominativ-Singular
insbesondere:
wenn das Attribut mehr die Funktion eines Adjektivs hat: bean chéile = Ehefrau, gloine fhíona = ein Weinglas
nach femin. Substantiven der Menge (eine bestimmte Menge): punt phrátaí = 1 Pfund Kartoffeln, deoir bhainne = ein Tropfen Milch (nicht jedoch, wenn ein Übermaß, Anteil oder nur eine unbestimmte Menge angegeben wird, s.u.)
Genitiv eines Verbalnomens: bean chaointe = Klagefrau
bei appositivem Genitiv (bei Tieren und Dingen): cráin mhuice = Sau des Schweins
bei Genitiv des Materials: tine mhóna = Torffeuer
bei Genitiven, die eine Auswahl bzw. Eingrenzung vornehmen: clann mhac = Kinder des Sohnes (d.h. diese und nicht die Kinder der Tochter)
unleniertnachfemininen Substantiven jedoch:
wenn das Genitivattribut ein Adjektiv im Genitiv führt: tine móna taise = ein Feuer feuchten Torfs, bean baile mhóir = Großstadtfrau (aber: tine mhóna, bean bhaile)
bei partitivem Genitiv (unbestimmte Menge an, Anteil von, Mangel an, Übermaß an ...) roinnt bainne = etwas Milch, gloine fíona = ein Glas (voll) Wein
bei appositivem Genitiv (bei Menschen): baintreach fir = Witwer ("männl. Witwe")
bei Genitiv der Bestimmung (bei Menschen): bróg cailín = Mädchenschuh ("Schuh für Mädchen")
bei Genitiv der Handlung: seitreach capaill = Pferdegewieher
bei Körperteilen oder Teilen von Dingen: lámh duine = Menschenhand
nach fem. Verbalnomen, wenn nach Präposition (zumeist): ag iarraidh comhairle = um Rat fragen (in einigen feststehenden Wendungen wird leniert: ag fáil bháis = sterben, ag baint mhóna = Torf stechen)
nach fem. Verbalnomen, wenn als unbest. gewöhnl. Subst. gebraucht
nach abstrakten Substantiven, z.B.: saoirse cainte = Redefreiheit (allgemein nach Substantiven, die eine Qualität des Substantivs im Genitiv bezeichnen: breáthacht mná = Schönheit der Frauen)
nach Kollektivbezeichnungen, wenn Genitiv Plural: buíon fear = eine Truppe Männer
nach Genitivpräpositionen chun, dála, timpeall, fearacht, trasna u.a. zumeist unleniert
durchArtikelbestimmte Substantive Hier werden die Regeln durch den Artikel bestimmt.
leniert: nach masculinem Genitiv-Singular-Artikel (an)
(z.B. teach an fhir = das Haus des Mannes)
unleniert: nach femininem Genitiv-Singular-Artikel (na)
(z.B. teach na mná = das Haus der Frau)
ekliptiert: nach Genitiv-Plural-Artikel (na)
(z.B. teach na bhfear, teach na mban = das Haus der Männer, Haus der Frauen)
durch Possessivpronomenbestimmte Substantive Wiederum werden die Regeln nur durch das Possessivpronomen bestimmt.
leniert nach mo, do, a (masc.)
(z.B. roth a chairr = das Rad seines Autos)
unleniert nach a (fem.)
(z.B. roth a cairr = das Rad ihres Autos)
ekliptiert nach ár, bhur, a (plur.)
(z.B. roth ár gcairr = das Rad unseres Autos)
Eigennamen und andere bestimmte Substantive im Genitiv
prinzipiell leniert
(z.B. fear Cháit = Kates Mann)
Dies gilt auch für den funktionellen Genitiv (z.B. obair fhear an tí = die Arbeit des Hausherren)
Als Ausnahmen unleniert bleiben:
die Wörter Dé = Gottes, San = Sankt, z.B.: glóir Dé = die Ehre Gottes
Heiligennamen nach: Féile = Fest, San = Sankt, Naomh = Heiliger, z.B.: Lá Fhéile Pádraig = St.-Patricks-Tag
Namen auf: Mo.., Do... (beides ehemalige Vokativformen) und Maol...
ausländische Namen, z.B.: dán Goethe = das Gedicht Goethes
Er wird als indirektes Objekt nach den meisten einfachen Präpositionen verwendet:
a, ag, ar, as, chuig, de, do, faoi, go, i, ionsar, le, ó, os, roimh, thar, trí, um (und imPlural nach idir)
Im Gegensatz zum Deutschen ist im Irischen ein Dativobjekt ohne Präposition nicht möglich.
Wenn im Deutschen der Dativ ohne Präposition stünde, muß im Irischen oft die Präpositiondo (= zu) benutzt werden.
Dies ist der Fall, wenn jemand/etwas von einer Handlung allgemein betroffen ist, vgl.:
Ich gebe der Frau das Buch. = Tugaim an leabhar don bhean (wörtl.: "...zu der Frau")
Ich gebe dir das Buch. = Tugaim an leabhar duit (wörtl.: "...zu dir")
Wird jemand/etwas durch eine Handlung bevorteilt (Dativus commodis) steht ebenfalls do im Sinne des dt. für
Ich tat es für dich. = Rinne mé duit é. (wörtl.: "... zu dir ...")
Wird jemand/etwas durch die Handlung benachteiligt (Dativus incommodis), steht jedoch ar (= auf).
Ich zerbrach dem Mann den Zaun. = Bhris mé an claí ar an bhfear (wörtl.: "...auf dem Mann")
ein Unterscheidung der Lage (dt. Dativ: "auf dem Tisch") von der Bewegung (dt. Akkusativ: "auf den Tisch") ist im Irischen nicht mehr üblich [4 ]
Dies ist unabhängig davon, ob eine spezielle Dativ-Form gebraucht wird oder nicht: sa tigh = im Haus/in das Haus bzw. sa teach = im Haus/in das Haus
der Dativ mit le und do wird für persönliche Beziehungen ähnlich wie im Deutschen "von" verwendet, um eine unbestimmte Person auszudrücken: z.B.: deartháir le Seán = ein Bruder von Seán, uncail dóibh = ein Onkel von euch, cara dom = ein Freund von mir (anstatt des Genitivs für bestimmte Personen: uncail Sheáin = Seáns Bruder, bhur n-uncail = euer Onkel, mo chara = mein Freund)
ähnlich mit le zur Anzeige der Eigner-/Urheberschaft eines unbestimmten Gegenstandes: dán le Goethe = ein Gedicht von Goethe (im Gegensatz zum Genitiv: dán Goethe = Goethes Gedicht)
Der partitive Dativ (an tabharthach rannaíoch) mit der Präposition de wird oft anstelle des partitiven Genitivs (siehe auch dort), zur Kennzeichnung eines Anteiles oder einer Anzahl von Dingen, verwendet:
cuid den obair = Teil der Arbeit, beirt de na mná = zwei der Frauen
Der Dativ des Handelnden, Dativus auctoris (an tabharthach gníomhach) stellt das logische Subjekt einiger Satzkonstruktionen ohne grammatisches (Nominativ-) Subjekt dar, siehe Subjektlosigkeit. z.B.: Is as Dóire dom = Ich bin aus Derry, le linn gloine a ól dom = während ich ein Glas trinke
Weiterhin tritt die Dativform, so vorhanden, nach der Zahl 2 auf. Eigentlich ist dies der Nominativ des Duals (an déach), der jedoch in der Form dem Dativ-Singular gleicht. z.B.: dhá bhróig = zwei Schuhe, a dhá cois = ihre zwei Füße
Eine eigenständige Form hat der Dativ im Standard kaum mehr.
Dies ist ähnlich wie im Deutschen, wo Dativformen auch schwinden (vgl. dem Manne / dem Mann).
Daher ist heute zumeist die Dativform = Nominativform
Im offiz. Standard gibt es folgende noch übliche Dativformen (5 Wörter der 2. Deklination, Éire ist 5.Dekl.):
cos-cois (Fuß), lámh-láimh (Hand), bróg-bróig (Schuh), bos-bois (Handfläche), cluas-cluais (Ohr), Éire-Éirinn (Irland),
einige Wörter treten zudem in bestimmten festen Wendungen in alter Dativform auf:
ceann-cionn (= Kopf z.B. in os cionn = oberhalb), ciall-céill (Sinn z.B. in cur i gcéill = glauben machen)
Gelegentlich (v.a. in den Dialekten und in älterer Literatur), trifft man auf weitere Dativformen:
Dativ Singular (tabharthach uatha)
Der Dativ aller Substantive der 2.Deklination (nicht nur der 5 oben genannten Wörter) wurde durch Palatalisierung gebildet: z.B. bróg-bróig, fearg-feirg, fuinneog-fuinneoig, teach-tigh Der Dativ der 5. Deklination mit Genitiv auf breites -n oder -d wurde durch Palatalisierung des Genitivs gebildet:
z.B.: Éire (Nom.)-Éireann (Gen.)-Éirinn (Dat.), fiche (Nom.)-fichead (Gen.)-fichid (Dat.)
Oft treten diese Dativformen der beiden Deklinationen heute anstelle des Nominativs auf:
z.B. Éirinn umgangssprachl. viel häufiger als das offizielle Éire = Irland, heute stets Albain statt Alba = Schottland, abhainn statt abha = Fluß in Connemara bróig statt bróg, fuinneoig statt fuinneog (u.a. Wörter der 2.Dekl.) im Nominativ.
In der 1., 3. und 4. Deklination ist die Dativform seit langem stets gleich der Nominativform.
In der 1. Delination sind einige Dativformen in wenigen festen Wendungen (wie oben erwähnt: ceann = Kopf - os cionn = über Kopf u.a.) erhalten. (Der Dativ wurde einst gebildet durch "u-Färbung" des Endkonsonanten)
Der Dativ unregelmäßiger Substantive: Der Dativ von bean ist mnaoi, der von lá ist ló (z.B. sa ló = pro Tag)
Der Dativ Plural aller Deklinationen wurde durch die zusätzliche Endung -ibh gebildet. (urverwandt mit der lateinischen Endung -ibus, vgl.: viribus = den Männern) (z.B. fear-fearaibh, bróg-brógaibh etc.).
Die Form richtete sich nach dem Nominativ-Plural, unabhängig von der sonstigen Deklination:
Nominativ Plural
Dativ Plural
Beispiel
palatalisiert
entpalatalisiert + -aibh
an fear - na fir - leis na fearaibh (mit den Männern)
-(a)igh
-(e)achaibh
an marcach - na marcaigh - ag na marcachaibh (bei den Reitern)
Endung -a
Endung -aibh
an bhróg - na bróga - sna brógaibh (in den Schuhen)
Endung -e
Endung -ibh
an cara - na cairde - ag na cairdibh (bei den Freunden)
Endung -í
Endung -íbh
an cailín - na cailíní - leis na cailíníbh (mit den Mädchen)
Endung -anna
Endung -annaibh
an bus - na busanna - sna busannaibh (in den Bussen)
Endung -acha
Endung -achaibh
an nead - na neadacha - sna neadachaibh (in den Nestern)
Lebendig ist die Dativ-Plural-Form auf -ibh vornehmlich in Munster und hier vor allem dann, wenn kein Artikel verwendet wird.
In manchen Dialekten Munsters ersetzt diese Form oft auch den Nominativ-Plural und/oder Vokativ-Plural (fearaibh = Männer, statt fir, feara).
Auch die in Connacht/Ulster häufige zusätzliche Nominativ-Plural-Endung -í stammt wohl vom alten Dativ Plural ab (z.B.: -annaibh > -annaí; durch die dortige Aussprache von -ibh als [i:])
Als eigtl. Dativ ist sie außerhalb Munsters kaum mehr in Verwendung und im Standard durch den Nominativ-Plural ersetzt.
Eine Ausnahme bildet der Provinzname Ulaidh (Ulster), ein Pluraletantum, das stets im Dativ die Dativ-Plural-Form hat: in Ultaibh = in Ulster (öfter jedoch im Genitiv nach cúige: i gCúige Uladh).
Lenition / Eklipse im Dativ
Da der Dativ nur nach Präpositionen auftritt, sind die Regeln der Lenition von der jeweiligen Präposition abhängig.
ohne Artikel: Nach ag, as, chuig, fara, le tritt keine Lenition oder Eklipse auf.
Nach ar, de, do, faoi, ionsar, ó, roimh, trí, thar, um wird leniert (allgemeine Begriffe nicht nach ar und thar)
Nach i wird ekliptiert. (ebenso nach den heute seltenen iar = nach, go = mit)
mit Singular-Artikel: Im Standard gilt für die meisten Präpositionen eine Auswahlmöglichkeit, entweder Lenition (in Ulster üblich) oder Eklipse (in Munster und Connacht) (ar an mbád oder ar an bhád = auf dem Boot)
Nach den (de + an), don (do + an) und sa(n) (i + an) wird im Standard leniert (den chathaoir = vom Stuhl, san fharraige = im Meer)
d, t, s wird weder leniert noch ekliptiert (den doras = von der Tür, ar an doras = auf der Tür, don sagart = zum Priester)
Feminine Substantiv beginnend mit s (+ Vokal oder l, n, r) behalten den t-Vorsatz (ar an tsráid = auf der Straße) des Nominativs.
In den Dialekten ist Lenition und Eklipse jedoch unterschiedlich geregelt (siehe hierzu Übersicht Artikel und Präposition)
mit Plural-Artikel Es tritt hier keine Lenition oder Eklipse auf.
als direktes Objekt eines Verbes und damit des Satzes:
z.B.: Chonaic mé an fear = Ich sah den Mann (direktes Akkusativ-Objekt: an fear)
als direktes Objekt des Verbalnomens, wenn es vor dem Verbalnomen steht und mit a = zu verbunden ist.
z.B.: an fear a fheiceáil = den Mann zu sehen
in adverbialen Zeit- und Ortausdrücken z.B.: Bhí mé ann an oíche sin (an bhlian seo caite). = Ich war da diese Nacht (letztes Jahr). (Akkusativ-Zeitausdrücke: an oíche sin bzw. an bhliain seo caite)
Chuaigh mé an bóthar (míle). = Ich ging den Weg (eine Meile).
folgende Präpositionen verlangen den Akkusativ: ach, gan, idir, mar, ná idir verlangt jedoch den Dativ bei Substantiven im Plural (dort hat idir auch mehr die Bedeutung "unter": idir mná = unter Frauen)
Die Form des Akkusativs im Singular und Plural ist stets gleich der Nominativ-Form.
Die Regeln der Lenition und Eklipse sind ebenfalls genau wie im Nominativ.
Somit ist der Akkusativ vom Nominativ nur durch die Funktion (als Objekt) und Satzstellung (nach einem Subjekt) unterscheidbar.
Der Vokativ (an tuiseal gairmeach)
Verwendung des Vokativs
der Vokativ ist der "Anredefall", verwendet als Anrede an eine Person oder Sache (falls man mit Sachen redet)
Es gibt ihn im Deutschen nicht, jedoch auch in
anderen Sprachen (vgl.: Lateinisch Salve, Marce Aureli! = Heil dir, Marcus Aurelius!, Domine! = Herr!, et tu, Brute? = auch du, Brutus?)
Nicht verwendet wird die Form des Vokativs beim Substantiv und Adjektiv (jedoch stets die Vokativpartikel), wenn
die Bezeichnungen unbelebter Dinge bzw. übertragene Begriffe als Anrede an Personen benutzt werden
z.B.: a rún = Geliebte(r)!, a stór = Schatz, Liebling!
im Falle von Kollektivbezeichnungen
z.B.: a phobal = Volk!
wenn ein bestimmtes Substantiv im Genitiv folgt:
z.B.: a mhac Bhriain = Sohn Brians! (außer in Eigenbezeichnungen und Namen: a Mhic Dé = Sohn Gottes!, a Mhic Bhriain = Mr. MacBrien!)
Substantive stehen immer mit Vokativpartikela und sind dadurch stets leniert (sofern möglich)!
z.B.: a Sheáin = Seán! Die Vokativpartikel hat nicht die akklamatorische Bedeutung des deutschen "oh/o", sondern ist stets unbetont und flüchtig. Als betonte Anrufung kann im Irischen zusätzlich zur Vokativpartikel das Wort ó (z.T. nachgestellt) benutzt werden: (a Sheáin ó = mein lieber Seán!, Ó, a Dhia! = O Gott!)
Die Verwendung von Possessivpronomen in der Anrede (wie im Deutschen: z.B. mein Freund!) ist nicht üblich (a chara = Freund!) außer manchmal im religiösen Bereich : ár nAthair atá ar neamh = unser Vater, der Du bist im Himmel ... (letzteres wohl durch dir. Übernahme aus dem Lateinischen bedingt)
auch appositive Personalpronomen zur Anrede (im Deutschen z.B. du Idiot!) sind nicht üblich (a amadáin = Dummkopf!)
Vokativ Singular (gairmeach uatha)
1. Deklination: Vokativ = Genitiv Singular (z.B. fear - a fhir = Mann!)
[1 ]
Die Bezeichnung "Dativ" für diesen irischen Fall hat historische Gründe. In ihm sind im Laufe seiner Entwicklung mehrere indoeuropäische Fälle zusammengeflossen, ähnlich wie im deutschen Dativ. Da der ir. Dativ nur nach Präpositionen auftritt, wäre die Bezeichnung "Präpositional" möglicherweise treffender.
[2 ]
Ó Siadhail in "Learning Irish" gibt für den Cois-Fhairrge-Dialekt (Connacht) nur dann den Genitiv an, wenn das Substantiv bestimmt ist und nach Mengenangaben, sonst Nominativ (leniert nur, wenn ein weiteres Attribut folgt)
Insgesamt erscheint auch der Genitiv im Schwinden zu sein, Nominativ-Formen werden sowohl im Singular wie Plural stattdessen eingesetzt.
[3 ]
Früher gab es eigenständige Genitiv-Plural-Formen für Substantive mit Nom. Plur. auf -anna: -ann und für Sustantive der 4. Deklination auf -í (-idhe): -eadh (an cailín - na cailínidhe - na gcailíneadh)
[4 ]
Früher gab es eine Unterscheidung von Dativ und Akkusativ nach Präpositionen (Lage bzw. Richtung)
vgl. die aus alten Zusammenziehungen gebildeten Adverbien isteach = herein (wörtl.: "in das Haus") und istigh = drinnen (wörtl.: "im Haus"). Ebenso: amach = heraus und amuigh = draußen (eigtl. i mach = in ein Feld und i maigh = in einem Feld)
Die Verwendung der Eklipse nach Präposition und Artikel ist ein Zeichen der einstmals akkusativen Verwendung i.S. der Bewegung (z.B.: ar an mbord = auf den Tisch, im Gegensatz zur Lenition (ar an bhord) als Zeichen des Dativs i.S. der Lage (= auf dem Tisch). Diese Unterscheidung ist verlorengegangen, je nach Dialekt wird entweder nur leniert oder nur ekliptiert.