Caibidil a Trí Déag:Satz und Syntax (Abairt agus Comhréir) |
| der Satz
Satzgliedfolge Prädikat Subjekt grammatisches und logisches Subjekt grammatische Subjektlosigkeit Objekt einfacher positiver Satz negativer Satz halbverneinter Satz |
Entscheidungsfrage
Ergänzungsfrage Doppelfrage Antwort Gliedsätze mit go/nach go/nach-Gliedsätze |
Die Folge der Satzglieder ist:
| Prädikat - Subjekt - Objekt (PSO) |
Das Prädikat ist die "Satzaussage". Es ist zumeist eine "Handlung". Eine Handlung wird durch ein Verb ("prädikatives Verb") ausgedrückt.
Um solche Sätze mit prädikativen Verb soll es hier im weiteren gehen.
Aussage eines Satzes kann aber auch eine Klassifikation ("Paul ist ein Lehrer") oder eine Identifikation ("Paul ist der Lehrer") sein. In diesen Fällen ist ein Substantiv Prädikat (Prädikatsnomen). Verbunden werden dort Subjekt und Prädikatsnomen durch die Kopula. Sie ist in diesem Sinne ein "nichtprädikatives Verb", sie ist selbst nicht Prädikat sondern nur eine einleitende Partikel. Dadurch ergibt sich im Kopulasatz eine etwas andere Wortfolge, die im Prinzip aber ebenso der PSO-Satzgliedfolge entspricht: (Kopula-Prädikat-Subjekt). Mehr dazu unter: Kopula
Die Satzzaussage kann auch in der Zuordnung einer Eigenschaft bestehen ("Paul ist jung"). In diesem Fall ist ein Adjektiv Prädikat (prädikatives Adjektiv). Die Zuordnung von Subjekt und prädikativen Adjektiven geschieht zumeist mit dem Verb bí. Bí ist selbst eigtl. ein prädikatives Verb und bildet mit dem Adjektiv einen prädikativen Rahmen mit dem Subjekt in der Mitte. (z.B. Tá Pól óg = Paul ist jung.).
Seltener kann auch die Kopula Subjekt und prädikatives Adjektiv verbinden. (z.B. Is deas é Pól = Paul ist nett.)
Das Subjekt ist der "Handelnde" des Satzes. Subjekt eines Satzes ist zumeist ein Substantiv oder ein Pronomen im Nominativ.
Es kann (v.a. in Kopulasätzen) auch eine Infinitivkonstruktion oder ein Nebensatz Subjekt sein.
Im Falle synthetischer Verbformen ist das Subjekt bereits enthalten.(z.B. bhíomar = wir waren, táim = ich bin).
In passivischen Sätzen ist nicht der Handelnde, sondern der die Handlung "Erleidende" das Subjekt.
Im Irischen gibt es eine Reihe idiomatischer Wendungen, in denen der im deutschen Vergleichssatz Handelnde nicht das grammatische Subjekt ist, sondern ein logisches Subjekt in Form von Präpositionalausdrücken (Präposition + Substantiv/Pronomen), hier fettgedruckt. z.B.:
Achtung: Hier wird es kompliziert, nur für Fortgeschrittene :-)
Bei einigen, wenigen Verben herrscht stets grammatisch völlige Subjektlosigkeit. Im Irischen scheint dies nicht störend.
Meist oder stets tritt aber ein logisches Subjekt mit Präpositionen auf.
Da mit Präpositionen zumeist der Dativ steht, bietet sich der Begriff des Dativs des Handelnden (an tabharthach gníomhach) an.
(vgl. latein. "dativus auctoris"). Der "Dativ des Handelnden" ist hier fettgedruckt. z.B.:
Diese Konstruktionen sind auch als Perfekt möglich (mit dem Verbaladjektiv dieser Verben): z.B.
Neben solchen, eher idiomatischen, Wendungen tritt der Dativ des Handelnden regelmäßig vor allem in Ausdrücken der Vor- / Nach- / Gleichzeitigkeit mit dem Verbalnomen auf, dann stets mit der Präposition do. z.B.:
In Perfekt-/Passiv-Sätzen mit dem Verbaladjektiv kann ein grammatisches Subjekt ebenso fehlen, wenn ein transitives Verb sein Objekt auch im Aktiv stets mit Präposition führt (z.B.: "beir ar rud = etwas fangen"). Präposition + Objekt bildet dann im Passiv das logische Subjekt (siehe 1. Beispiel).
Zusätzlich kann der Handelnde hier mittels ag angegeben werden, im Perfekt ist somit ag + Handelnder das logische Subjekt (siehe 2. Beispiel):
Auch in Sätzen mit der autonomen Verbform (Saorbhriathar) tritt im Grunde kein Subjekt auf. Das in deutscher Übersetzung stehende "man" gibt es im Irischen unabhängig vom Saorbhriathar nicht, z.B.: Déantar é = Man macht es.
Subjektlos sind Verben, wenn sie eine Antwort oder Wiederaufnahme der Handlung darstellen. So stets in Kurzantworten (entsprechend deutschem "ja/nein"),
z.B.: An ólann sé? - Ólann. = Trinkt er? - Ja.
Wird eine Handlung in einer Aussage wiederaufgenommen mit demselben oder einen anderen Verb bei gleichem Subjekt, kann das Subjekt entfallen.
z.B.: D'iarr mé ar an fear é a dhéanamh, rud nach ndearna (sé).
Im Deutschen und Irischen stimmen Subjekt und Objekt nicht immer überein:
z.B.: Tá teach agam = ich habe ein Haus, tá ocras orm = ich habe Hunger, etc.
(teach und ocras im Irischen grammat. Subjekt, im Deutschen Haus und Hunger Objekt des Satzes)
Im Irischen gilt also die Satzgliedfolge PSO.
Es kommt also im Nicht-Kopulasatz erst das (prädikative) Verb, dann das Subjekt, dann das Objekt (VSO)
Verb + Subjekt + Objekt |
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| Irisch: | Feiceann tú an fear |
| Deutsch: | Du siehst den Mann |
Weitere Satzergänzungen folgen:
Verb + Subjekt + dir. Objekt + indir. Objekt + Ortsbestimmung + modale Bestimmung + Zeitbestimmung |
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| Irisch: | Scríobh sé litir don chailín anseo go cúramach aréir. |
| Deutsch: | Er schrieb dem Mädchen hier gestern abend liebevoll einen Brief. |
Direkte pronominale Objekte (in Form einfacher Personalpronomen) fallen prinzipiell ans Ende des Satzes (ganz im Gegensatz zum Deutschen):
Verb + Subjekt + indir. Objekt + etc. + dir. pronominales Objekt |
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| Irisch: | Scríobh sé don chailin é |
| Deutsch: | Er schrieb es dem Mädchen. |
Nicht möglich ist es, das Pronomen vor satznotwendigen Satzteilen zu stellen. Satznotwendig sind Verben, Subjekt und dir./indir. Objekte. Es steht stets nach allen diesen Satzteilen.
Falsch wäre z.B. *Scríobh sé é don chailín.
Wenn jedoch zusätzliche Satzelemente (z.B. mehrere adverbiale Bestimmmungen, etc.) auftreten, die nicht notwendig für den Satzzusammenhang sind, kann es auch vor einer solchen Bestimmung auftreten (z.B. Thug sé don fhear é anseo).
Treten mehrere solcher Satzergänzungen auf, könnte das Pronomen wahlweise vor/hinter jeder dieser Satzergänzungen auftreten:
| Thug sé don fhear é anseo aréir.
Thug sé don fhear anseo é aréir. Thug sé don fhear anseo aréir é. |
Er gab es dem Mann hier gestern abend |
Indirekte Objekte werden z.T. zwischen Subjekt und direktes Objekt geschoben, insbesondere bei:
Verb + Subjekt + indir. Objekt + dir. Objekt |
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| Irisch: | Thug sé duit an litir seo |
| Deutsch: | Er gab dir diesen Brief |
Die Verbal-Partikel ní / níor stellt sich einfach an den Anfang des Satzes. Im Imperativ tritt die Verneinungspartikel ná auf.
| Präsens u.a..: | Ní + Verb + Subjekt + Objekt | Ní fheiceann tú an fear = Du siehst den Mann nicht. |
| Präteritum: | Níor + Verb + Subjekt + Objekt | Níor ól mé fuisce = Ich habe keinen Whiskey getrunken. |
| Imperativ: | Ná + Verb + Subjekt + Objekt | Ná hól fuisce! = Trink keinen Whiskey! |
ní / níor verlangt Lenition, nach ná wird nicht leniert, es folgt ein h-Vorsatz vor Vokal.
In Donegal wird z.T. statt ní / níor cha / char verwendet (siehe Verbalpartikel)
Verneinung mit "diabhal"
Sehr beliebt ist es, das Wort diabhal (Teufel) und ähnliche Begriffe wie d(h)eamhan (Dämon, in dieser Verwendung üblicherweise leniert) im Sinne der Verneinung ("kein") zu verwenden. (Um mit Goethe zu sprechen "Der Geist der stets verneint"). Es ist eine bes. starke Form der Verneinung, ohne dabei fluchend zu wirken.
"Diabhal" und der verneinte Begriff rückt hierzu an den Satzanfang und wird von einem direkten Relativsatz gefolgt (Relativformen von bí werden gelegtl. weggelassen):
z.B.: Diabhal ceann a bhí ann. = Kein Stück war da. (wörtl.: "Teufel Stück das war da.")
Eine solche Konstuktion ist auch als Kurzantwort, dann ohne Relativsatz, möglich:
z.B.: An bhfuil scéal agat? - Diabhal scéal (atá agam). = Gibt es was Neues? - Nein. (wörtl.: "Ist Geschichte bei-dir? - Teufel Geschichte (die ist bei-mir)")
Ohne ein direkt folgendes Substantiv kann diabhal, dheamhan auch verwendet werden. Es folgt meist ein indirekter Relativsatz oder ein Satz mit dem verallgemeinernden Relativpronomen (dann im Sinne von "nichts", siehe: Sätze mit dem verallg. Relativpronomen) Relativformen von bí werden auch hier gern ausgelassen.
z.B.: Diabhail a raibh sé an-dona, mhuise = Es war wirklich nicht so schlecht. (wörtl.: "Teufel das war er sehr-schlecht, wirklich")
Diabhal (a bhfuil) a fhios agam! = Ich habe keine Ahnung! (wörtl. "Teufel (das ist) sein Wissen bei-mir")
Dheamhan a bhfuil ann = Nichts ist da. (wörtl.: "Dämon alles-das ist da")
Im Irischen gibt es kein Wörtchen "nur".
Anstelle dessen wird der Satz verneint, am Satzende steht ach (= aber) gefolgt von dem Satzteil, das mit "nur" gemeint ist (Subjekt, Objekt etc.). Im Deutschen also in etwa: "Es ist nicht, aber ..." statt "Es ist nur ...". (Ähnliche Konstruktionen gibt es auch in anderen Sprachen, z.B. Französisch: ne ... que = nur)
Daher die verwirrende Bezeichnung "halbverneint". z.B.:
Níl ann ach mé = Nur ich bin da (wörtl.: "Nicht-ist da, aber ich")
Ní raibh mé in Éirinn ach uair amháin = Ich war nur einmal in Irland (wörtl.: "Nicht war ich in Irland aber einmal")
Ní raibh mé ach ag gáire = Ich habe nur gelacht (wörtl.: "Nicht war ich aber am Lachen")
Als Form der Verneinung ist auch hier diabhal (Teufel) möglich:
Diabhal (a raibh) ionam ach dúramán bocht = Ich war nur ein armer Dummkopf. (wörtl.: "Teufel (das war) in-mir aber Dummkopf arm")
Soll gerade die Tätigkeit mit "nur" eingegrenzt werden, verwendet man gern negiertes déan = tun, gefolgt von ach mit einer Infinitivkonstruktion (vgl. im Deutschen: "nichts weiter tun als ..."):
Ní dhearna sé ach iad a chur síos. = Er legte sie nur hin. (wörtl.: "Nicht tat er aber sie zu legen nieder")
Nicht nur nach Verneinung, auch in entsprechend konstruierten Fragesätzen kann ach "nur" bedeuten:
An ndéanann tú bróga nó an ndéanann tú ach a ndeisiú? = Machst du Schuhe oder flickst du sie nur?
(wörtl.: "FP machst du Schuhe oder FP machst du aber ihr flicken?")
Entscheidungsfragen sind solche Fragen, auf die man mit Ja oder Nein antworten kann.
Eine Änderung der Satzgliedfolge (wie im Deutschen) erfolgt nicht. Entscheidungsfragen bedürfen daher einer Verbal-Partikel, die wiederum dem Satz einfach vorangestellt wird.
| Präsens | Positiv: | An + Verb + Subjekt + Objekt | An ólann tú fuisce? = Trinkst du Whiskey? |
| Negativ | Nach + Verb + Subjekt + Objekt | Nach n-ólann tú fuisce? = Trinkst du keinen Whiskey? | |
| Präteritum | Positiv: | Ar + Verb + Subjekt + Objekt | Ar ól tú fuisce? = Hast du Whiskey getrunken? |
| Negativ | Nár + Verb + Subjekt + Objekt | Nár ól tú fuisce? = Hast du keinen Whiskey getrunken? |
An / nach verlangt Eklipse, ar / nár verlangt Lenition
Statt nach wird in Munster ná verwendet, nach ná keine Lenition oder Eklipse, jedoch h-Vorsatz
z.B.: Ná hólir fuisce? = Trinkst du keinen Whiskey? (siehe Verbalpartikel)
Fragen mit an sind neutral bezüglich einer Antwort. Bei Fragen mit nach wird eher eine neg. Antwort erwartet.
In legerer Umgangssprache wird die pos. Fragepartikel gelegentlich ausgelassen, die Eklipse hingegen bleibt.
z.B.: Bhfuil tú cinnte? = Bist du sicher?
Ähnlich dem Englischen sind "question tags" möglich:
z.B.: Tá tú cinnte, nach bhfuil? = Du bist dir sicher, nicht wahr?
Wie im Deutschen ist es zudem möglich, Aussagesätzen einfach ein Fragezeichen hintanzustellen:
z.B.: Tá tú cinnte mar sin? = Du bist dir also sicher?
Fragen mit zusätzl. Abtönungspartikeln
Es kann im rhetorischen Sinne (entsprechend deutscher Abtönungspartikel "denn", "wirklich") in Connacht zusätzlich eine der Partikeln cheal, (Varianten ceal, cheadh, ciodh, cé, té) bzw. an ea oder in Ulster ná (möglicherweise < an ea) vor die negative Fragepartikel nach/nár treten. In Connacht wird zudem auch tuige (eigtl. Bedeutung "warum") im gleichen Sinne als Abtönungspartikel eingesetzt.
z.B.: Cheal nach raibh a fhios agat é? = Wußtest du das denn nicht?
Tuige nach bhuil? = Wirklich nicht?
Eine evtl. neg. Antwort wird bezweifelt und eine positive Antwort eher suggeriert. Fragen mit solchen Partikeln können daher auch als Ausrufe verwendet werden:
z.B.: Cheal nach raibh a fhios sin agat! = Sicher weißt du das!
Tuige nár chuala tú cheana é! = Sicher hast du es schon gehört!
In positiven Fragen stehen keine solchen Partikel zur Verfügung. Hier können nur Interjektion wie mhuise = gewiss, dháríre = ernsthaft o.ä. an Fragen gehängt werden.
Ergänzungsfragen enthalten ein Fragewort.
Diese beginnen im Deutschen mit "w" (wer, was, wie, wo, warum, womit, etc.), im Irischen mit "c" (cé, cad, conas, cá, cén fáth, cad leis, etc.).
Ein solches Fragewort steht im Irischen immer am Satzanfang.
Das Fragewort kann jedoch einem Satz mit einem Verb nicht einfach vorangestellt werden, da die Satzgliedfolge PSO eingehalten werden muß.
Da das Fragewort z.B. Subjekt oder Objekt des Satzes ist, müßte es in normaler Satzgliedfolge PSO eigentlich nach dem Verb, dem Prädikat, stehen.
Dies tritt jedoch nicht ein. (Stets falsch: *Rinne cé é? = Wer machte es?)
Um der PSO-Regel dennoch zu genügen, wird eine Form der Änderung der Wortstellung, zumeist ein Spaltsatz, notwendig.
Hierzu wird der Fragesatz in zwei Teilsätze geteilt, die gemeinsam einen Kopulasatz bilden:
| Fragewort + Relativsatz | (Cé a rinne é? = Wer machte es? wörtl.: "Wer-ist [es], der machte es?") |
Die Form des Relativsatzes ist ein:
Beispiele:
| Aussagesatz | Fragesatz | wörtlich |
| Rinne sé é sin. = Er tat das. | Cé a rinne é sin? = Wer tat das? | "Wer-ist [es], der tat es?" |
| Rinne sé é sin. = Er tat das. | Cad a rinne sé? = Was tat er? | "Was-ist [es], das tat er?" |
| Scríobh sé le peann é = Er schrieb es mit einem Stift | Cad leis ar scríobh sé é? = Womit schrieb er es? | "Was-ist mit-es, das schrieb er es?" |
Diese Bildungsweise, entspricht also weitgehend jener zur Änderung der Wortstellung im Aussagesatz. Vgl.:
Cad a rinne sé? = Was tat er? (wörtl.: "Was-ist [es], das tat er?")
Sin a rinne sé. = Das tat er. (wörtl.: "Das-ist [es], das tat er.")
Unterschiede gibt es jedoch bei Fragewörtern mit Präpositionen (zu Formen und Satzstellung siehe auch dort)
Hier tritt im Fragesatz gewöhnlich ein indirekter Relativsatz auf (umgangssprachlich auch ein direkter Relativsatz), in Spaltsätzen zur Hervorhebung tritt hingegen nach vorgezogenen Präpositionalphrasen gewöhnlich ein direkter Relativsatz. Der Fragesatz entspricht hier eher der Bildungsweise gewöhnlicher präpositionaler indirekter Relativsätze (siehe 3. Beispiel):
Cé leis ar scríobh sé an litir? = Womit hat er den Brief geschrieben?
Is leis an bpeann a scríobh sé an litir. = Mit einem Stift hat er den Brief geschrieben.
an peann ar scríobh sé an litir leis = der Stift, mit dem er den Brief schrieb
Im Kopulafragesatz ist eine solche Änderung der Wortstellung nicht nötig, denn jedes der Fragewörter enthält bereits die gedachte Kopula und das Fragewort (bzw. die Wortfolge mit Fragewort) gilt stets als Prädikat. Es steht daher im Kopulasatz ohnehin am Anfang des Satzes.
z.B.: Cé hé an fear seo? = Wer ist dieser Mann? (wörtl.: "Wer-ist er der Mann dies?")
Fragen mit 2 Fragewörtern wie "Wer tat was?" sind im Irischen nicht möglich.
Synonym: "disjunktive" Frage.
Diese Fragen enthalten bereits eine Auswahl aus zwei oder mehreren mögl. Antworten.
Hier steht:
Eine Ergänzungsfrage beantwortet man im ganzen Satz oder nur mit einem Wort, wie im Deutschen.
Cé a rinne sin? - Pól (a rinne sin). = Wer tat das? - Paul (hat es getan).
Stattdessen erfolgt als Antwort die Wiederholung des Prädikats des Fragesatzes.
Also die Wiederholung einer analytischen Verbform ohne Subjekt und Objekt. Bei Verneinung steht zusätzlich die entspr. Negativ-Partikel.
An ólann sé bainne? - Ólann. = Trinkt er Milch? - Ja. (wörtl.: "Trinkt")Ein Subjekt tritt als Teil einer synthetischen Verbform auf : z.B.: ní ólaim = nein (wörtl.: "nicht trinke-ich").
An ólann sé fuisce? - Ní ólann. = Trinkt er Whiskey? - Nein. (wörtl.: "Nicht trinkt")
An bhfaca sí mé? - Chonaic. = Hat sie mich gesehen? - Ja. (wörtl.: "Sah")
An bhfaca tú an cailín? - Ní fhaca. = Hast du das Mädchen gesehen? - Nein. (wörtl.: "Nicht sah")
Nach n-ólann tú fuisce? - Ní ólaim. = Trinkst du keinen Whiskey? - Nein. (wörtl.: "Nicht trinke-ich")Oft treten in UIster und Connacht auch dort ansonsten unüblich gewordene synthetische Formen in Kurzantworten auf (sog. Echoformen)
Nach n-ólann sibh bainne? - Ólaimid. = Trinkt ihr keine Milch? - Doch. (wörtl.: "Trinken-wir")
Nár ól tú fuisce? - Níor ólas. = Hast du keinen Whiskey getrunken? - Nein. (wörtl.: "Nicht trank-ich")
An déanfaidh tú sin? - Déanfad. = Wirst du das tun? - Ja. (wörtl.: "Tun-werde-ich")
Bei Verwendung analytischer Verbformen fehlt stets das Subjekt. Ein Subjekt steht hier nur zur nachdrücklicheren Zustimmung/Ablehnung in der Antwort, vgl.:
An ólann sé fuisce? - Ní ólann = Trinkt er Whiskey? - Nein.
An ólann sé fuisce? - Ní ólann sé ar chor ar bith! = Trinkt er Whiskey? - Nein, er trinkt überhaupt nicht!
Das Fehlen von ja und nein hat einen erheblichen Vorteil:
Die Frage z.B."Trinkst du keinen Whiskey?" mit "Ja" zu beantworten, ist mißverständlich. (Ja, ich trinke keinen Whiskey. Oder: Ja, ich trinke doch Whiskey)
Im Irischen ist es klar: Ólaim = ich trinke oder Ní ólaim = ich trinke nicht.
Anmerkung:
Die Wörter sea (< is ea = "ist-es") und ní hea (= "nicht-ist es") können als durchaus verständlicher ja/nein-Ersatz helfen, obwohl deren richtiger Einsatz sehr beschränkt ist.
Grammatikalisch korrekt und erlaubt sind sie nur als Antwort auf Kopula-Fragen (siehe dort) nach einem unbestimmten Prädikat!
Eine richtige Verwendung wäre z.B.:
An dochtúir é Pól? - Sea. = Ist Paul Arzt? - Ja.Es ist aber auch möglich, Kopula-Frageanhängsel (entsprechend engl. "question tags") an eine Aussage zu heften, auch hierzu dient in Frage und Antwort ea.
Ólann tú fuisce, nach ea? - Ní hea. = Du trinkst Whiskey, ist es nicht so? - Nein.Auch tritt sea als Antwort bei einem Zuruf auf:
A Sheáin! - Sea! = John! - Ja!Sea und ní hea dienen aber auch als Ersatz der Wörter "ja" und "nein" in allgemeinen Zusammenhängen und Ausdrücken, wo sie nicht direkt die Funktion der Antwort auf eine Frage haben (s.a. "sea agus ní hea" in der Überschrift dieses Artikels)
Sea nó ní hea a rá = Ja oder Nein sagen
Als generelle Kurzantwort kann, unabhängig vom Verb des Fragesatzes, auch eine Form des Verbs déan = machen als Hilfsverb genutzt werden. Bei déan in dieser Verwendung wird aber gern des Pronomen in der Antwort wiederholt:
An ólann tú fuisce? - Déanaim = Trinkst du Whiskey - Ja. (wörtl.: "Mache-ich")
An ólann sé bainne? - Ní dhéanann sé = Trinkt er Milch? - Nein. (wörtl.: "Nicht macht er")
Oft will man nicht nur ja und nein sagen, sondern die Antwort durch Richtigstellungen, Zusätze u.ä. ergänzen. Hier kann nun wiederum ein vollständiger Satz verwendet werden. In Kurzantworten reicht jedoch ein Zusatz, eingeleitet durch agus, ná oder ach:
Dieser entspricht deutschen Nebensätzen mit "daß....", "daß nicht...."
Gliedsatz bedeutet, daß ein solcher Nebensatz Satzglied des Hauptsatzes ist, also als Subjekt oder Objekt dient (Subjektsatz, Objektsatz).
Präsens:
| positiver Satz | go + Verb + Subjekt + Objekt | Sílim go bhfuil tú sásta = ich glaube, daß du zufrieden bist |
| negativer Satz | nach + Verb + Subjekt + Objekt | Sílim nach bhfuil tú sásta = ich glaube, daß du nicht zufrieden bist |
Präteritum:
| positiver Satz | gur + Verb + Subjekt + Objekt | Bhí mé sásta gur shíl tú é = ich war zufrieden, daß du es geglaubt hast |
| negativer Satz | nár + Verb + Subjekt + Objekt | Bhí mé sásta nár shíl tú é = ich war zufrieden, daß du es nicht geglaubt hast |
go / nach verlangt Eklipse des Verbs, gur / nár verlangt Lenition
Statt nach wird auch hier in Munster ná verwendet (ohne Lenition oder Eklipse; zur Verwendung von ná bzw. ná go siehe: Konjunktionen: daß).
Verwendet wird der go-Nebensatz ähnlich den deutschen daß-Nebensätzen. Jedoch tritt er auch mit einer Vielzahl weiterer Konjunktionen auf, da diese go/nach als Bestandteil aufweisen.
Andererseits kann im Irischen, anders als im Deutschen, häufig eine Infinitivkonstruktion ("Infinitiv mit zu") anstatt eines go/nach-Nebensatz erscheinen, auch wenn das Subjekt ein anderes als im Hauptsatz ist:
go-Gliedsatz: Ba mhaith liom go bhfuil tú sásta = Ich möchte, daß du zufrieden bist (wörtl.: "Wär gut mit-mir daß bist du zufrieden.")
Infinitivkonstruktion: Ba mhaith liom tú a bheith sásta = Ich möchte, daß du zufrieden bist (wörtl.: "Wär gut mit-mir dich zu sein zufrieden")