Im Irischen gibt es fast keine eigentlichen Modalverben, d.h. Verben, deren Bedeutung einzig modal ist.
Eine Ausnahme ist das eher seltene féad = können
Stattdessen wird dies durch bestimmte idiomatische Wendungen ausgedrückt.
Diese enthalten oft das "Hilfsverb" bí (Präsens: tá) oder die Kopula (Präsens: is).
Die entsprechende abgeschwächte Form ("müßte, könnte, sollte...") ergibt sich durch Verwendung der Konditionalform des Hilfsverbs (also bheadh statt tá, ba statt is etc.)
Viele dieser Wendungen werden mit Präpositionen gebildet. Die Präposition leitet dabei das eigtl. (logische) Subjekt ein, obwohl es in Kopulasätzen grammatisch Teil des Prädikats bzw. in Sätzen mit bí ein indirektes Objekt ist.
Die Kopula mit der Präposition do + log. Subjekt ergibt eine objektive Darstellung: z.B.: B’éigean dom = ich müßte
Die Kopula mit der Präposition le + log. Subjekt ergibt eine subjektive Einschätzung: ní foláir liom = ich finde, es ist nötig Dies ist insbesondere bei Modal-Ausdrücken des Wollens, Mögens notwendig: Is maith liom = ich mag, ba mhaith liom = ich möchte
Durch Weglassen der Präposition (und des log. Subjekts) ergibt sich eine passivische Bedeutung: z.B.: B’éigean = man müßte, ní foláir = es ist nötig, is féidir = es ist möglich, b’fheidir = es wäre möglich = vielleicht.
Einige andere Verben haben modale Nebenbedeutung, wenn sie in modalem Kontext in bestimmten Zeitformen auftreten
z.B.: caithfidh = müssen (< verbrauchen werden), glacadh = sollen (< akzeptieren würden))
Zumeist werden "Modalverben" des Müssens, Sollens und Könnens von Infinitivkonstruktionen ergänzt (wie im Deutschen: ich muß das Haus streichen). Es tritt bei Objekten auch eine Präposition zu auf (anders als im Deutschen): Caithfidh mé an teach a phéinteáil = wörtl.: "verbrauchen-werde ich (= ich muß), das Haus zu streichen"
Ebenso wie im Deutschen, haben durch go/nach-Nebensätze ergänzte Modalkonstruktionen des Müssens, Sollens und Könnens die Bedeutung "es muß/müßte sein, daß", "es kann so sein, daß", "es soll so sein, daß...", wobei eine subjektive Einschätzung der Möglichkeit des Ereignisses getroffen wird ("epistemische Modalverben"), wobei allerdings auch hier z.T. Infinitivkonstruktionen möglich sind.
Ein Verb haben gibt es ebenfalls nicht,
Als Ersatz des Verbes haben (als Voll- und Hilfsverb) steht das Verb bí und die Präposition ag , z.T. auch ar Im Irischen "hat man" also nichts, sondern es "ist bei oder auf einem"
Besitz wird durch die Kopula mit der Präposition le ausgedrückt, "man besitzt" also nichts, es "ist mit einem"
*Mit "Subjekt"/"Objekt" ist hier stets das Wort gemeint, das im Deutschen Subjekt- oder Objektfunktion hat. Im Irischen ist es bei Konstruktionen mit bí meist eigentlich andersherum, bzw. bei Kopula-Konstruktionen ist das, was hier als "Subjekt" bezeichnet wird, eigentlich Teil des Prädikates und der nachfolgende Nebensatz oder die Infinitivkonstruktion eigentlich das grammatische Subjekt des Satzes.
Auch im Irischen wird das hier als "Subjekt" bezeichnete Wort als logisches Subjekt der Aussage verstanden. "Subjekt" ist hier also stets derjenige, der "muß", "kann", "soll", "darf" etc.
Abkürzungen: VN für Verbalnomen bzw. Infinitivkonstruktion ("Infinitiv mit zu": Objekt + Verbalnomen), go für einen go/nach-Nebensatz ("daß").
Ich muß .../müßte
Form von bí
+ ar
+ Subjekt
+ VN* Tá orm imeacht. = Ich muß gehen. (wörtl. "ist auf mir zu gehen")
Bhéadh ar Sheán a theacht. = Séan müßte kommen. (wörtl.: "wäre auf Seán zu kommen")
Form von bí
+ ag
+ Subjekt
+ le
+ VN* Dies ist eine offensichtliche Entlehnung aus dem Englischen (vgl. "to have to": bí ag = haben, le = (um) zu).
Tá agam le dul. = Ich muß gehen. ("ich habe zu gehen")
In "halbverneinten" Sätzen (neg. Sätze mit ach = aber zum Ausdruck von "nur") auch ohne le: Níl agat ach bheith ann = Du mußt nur dort sein.
caithfidh (= Futur von caith [eigtl.: verbrauchen, werfen etc].)
+ Subjekt
+ VN/go Caithfidh mé imeacht. = Ich muß gehen. (wörtl.: "verbrauchen werde ich zu gehen")
Nach má (wenn) ist eine habituelle Präsensform von caith in der Bedeutung "müssen" erlaubt und notwendig (da Futur nach má stets verboten):
Má chaitheann sé imeacht. = Wenn er gehen muß. Sonst sind (außer in Munster) außer Futurformen nur Konditionalformen von caith im Sinne von "müssen" üblich.
Chaithfinn imeacht. = Ich müßte gehen.
Form von is
+ éigean
+ do
+ Subjekt*
+ VN/go (vor allem im Präteritum b’éigean do, auch als Ersatz für eher im Präsens-Sinne übliches caithfidh )
B’éigean dom é a dheanamh. = Ich mußte es tun. (wörtl. "war Zwang zu mir, es zu tun")
negative Form der Kopula ní
+ mór
+ do
+ Subjekt*
+ VN/go Ní mór duit bheith anseo. = Du mußt hier sein. (wörtl.: "Ist nicht groß zu dir, hier zu sein")
negative Form der Kopula ní
+ foláir
+ do
+ Subjekt*
+ VN/go Ní foláir dom é a rá. = Ich muß es sagen. (wörtl.: " Ist nicht zuviel zu mir, es zu sagen")
Unpersönliches "Müssen" im Sinne von Umständen und offensichtlichen Notwendigkeiten wird durch folgende Wendungen ausgedrückt:
im Präteritum: b’éigean dó go wörtl.: "war Zwang dazu, daß"
B’éigean dó gur thit a gcodladh orthu = Sie müssen eingeschlafen sein
im Präsens: ní foláir nó (go) wörtl.: "nicht-ist zuviel oder (daß)", go kann folgen oder nicht, es muß jedoch folgen, wenn statt ní die Form nach (daß nicht) steht (nach foláir nó go)
ní foláir kann auch am Satzende stehen.
Ní foláir nó tá sí tinn = Ní foláir nó go bhfuil sí tinn = Tá sí tinn, ní foláir = Sie muß krank sein
im Präsens/Futur: caithfidh (sé) go wörtl.: "wird-verbrauchen, daß"
Caithfidh go bhfuil sí ann = Sie muß wohl dort sein
Eine subjektive Einschätzung der Notwendigkeit kann auch durch ní foláir mit der Präposition le ausgedrückt werden:
negative Form der Kopula ní
+ foláir
+ le
+ Subjekt*
+ VN/go Ní foláir liom é a rá. = Ich denke, es muß gesagt werden. (übertragen auch: Ich bin nicht zufrieden, wenn es nicht gesagt wird.)
Mit nó wird wieder ein unpersönl. Müssen ausgedrückt.
Ní foláir liom nó tá sí tinn. = Ich denke, sie muß wohl krank sein.
Ich soll .../sollte
Imperativ:
Tagadh Seán = Seán soll kommen! (wörtl.: "Seán komme / Es komme Seán!")
An ní a cheanglaíonn Dia, ná scaoileadh duine é. = Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen.
Form von is
+ ceart
+ do
+ Subjekt*
+ VN/go Is ceart do Shéan a theacht. = Seán soll(te) kommen. (wörtl.: "Ist Recht zu Seán zu kommen")
Ba ceart do Sheán a theacht. = Seán sollte kommen.
Form von is
+ cóir
+ do
+ Subjekt*
+ VN/go Ba chóir duit é a dheanamh. = Du solltest es tun. (wörtl.: "Wäre Recht zu dir es zu tun")
ghlacfadh
+ Subjekt
+ VN (nur in Ulster, nur Konditional des Verbes glac = annehmen)
Ghlacfainn imeacht. = ich sollte besser gehen. (wörtl.: "ich-würde-annehmen gehen")
Form von is
+ beite
+ do
+ Subjekt*
+ VN beite ist das "Partitizip der Notwendigkeit" von bí Is beite do dhuine Dia a ghuí. = Man sollte zu Gott beten. (wörtl.: "Ist zu-sein zu Mensch Gott zu beten")
Statt beite ist es theoretisch möglich, von jedem Verb ein Partizip der Notwendigkeit (Form = Verbaladjektiv) zu bilden und so eine Aussage entsprechend dem dt. "sollen, müssen" zu machen. Allerdings ist dieses Partizip kaum gebräuchlich, wenn dann in negierter Form: "es ist nicht nötig zu ...":
z.B.: Ní gearánta ar an aimsir duit. = Es gibt keinen Grund für dich, über’s Wetter zu klagen.
Ich kann..../könnte
Form von is
+ féidir
+ le
+ Subjekt*
+ VN/go féidir tritt v.a. im Präsens auf. (Der Konditional b'fhéidir tritt nur als episthemische Form auf, es entspricht dann deutschem vielleicht)
Is féidir liom Gaeilge a scríobh. = Ich kann Irisch schreiben. (wörtl. "ist möglich mit mir Irisch zu schreiben")
Ach ní féidir liom Rúisis a scríobh. = Ich kann aber nicht Russisch schreiben. B’fhéidir go bhfuil sé ann. = Es könnte sein, daß es da ist. (= Vielleicht ist es da.)
Form von bí
+ Subjekt
+ in ann / in acmhainn / in inmhe / abalta
+ VN (dies ist eingeschränkt darauf "die Fähigkeit zu etwas haben")
Tá mé in ann Gaeilge a scríobh. = Ich kann Irisch schreiben. (in Connacht)
Tá mé abalta Gaeilge a scríobh. = Ich kann Irisch schreiben. (in Ulster und Munster)
(nach ann, aicmhe, inmhe kann der Genitiv stehen, da dies Substantive sind: in aicmhe a dhéanta = fähig es zu tun
Form von tig
+ le
+ Subjekt*
+ VN (tig ist eigtl. die Ulster-Variante von tagann, dem Präsens von tar = kommen.)
Es ist im Sinne von "können" außer im Präsens (tig in Connacht, thig in Ulster) auch im Konditional (tiocfadh) üblich. Im Präteritum (tháinig), als abgeschlossenes Können, beschreibt es ein Gelingen.
Tig le Pól é a dhéanamh. = Paul kann es tun. (wörtl.: "Kommt mit Pól es zu tun")
Thiocfadh le Pól é a dhéanamh. = Paul könnte es tun. (wörtl.: "Würde-kommen mit Pól es zu tun")
Rinne mé é chomh maith agus a tháinig liom. = Ich tat es so gut wie ich konnte.
das "echte" Modal-Verb féad = können (alle Zeitformen möglich) ist eher selten, häufiger im Konditional:
Nach bhféadfá fanacht? = Könntest du nicht bleiben?
Form von bí
+ sé
+ ar cumas
+ Subjekt*
+ VN ("Subjekt" im Genitiv bzw. stattdessen ein Possessivpronomen)
Tá sé ar mo chumas é a dheanamh. = Ich kann es tun. (wörtl.: "Ist es auf meine Fähigkeit es zu tun"
Form von bí
+ Subjekt*
+ i gcumas
+ VN Tá mé i gcumas é a dheanamh. = Ich kann es tun. (wörtl.: "Bin ich in Fähigkeit es zu tun")
bestimmte Fähigkeiten kann man nicht, die hat man einfach (siehe unten: haben): Form von
bí
+ Objekt
+ ag
+ Subjekt* Tá Gaeilge agam. = Ich kann Irisch (wörtl.: "ist Irisch bei mir / ich habe Irisch")
Tá léamh / snámh agam. = Ich kann lesen / schwimmen.
Form von faigh
+ VN (häufig Konditional gheobhadh)
Das Verb faigh bedeutet eigentlich bekommen. Hier im Sinne des deutschen "etwas hinbekommen"
Gheobhainn an obair a dhéanamh. = Ich könnte die Arbeit machen. (wörtl.: "Ich würde [es hin]bekommen, die Arbeit zu tun")
Fuair sé an obair a dhéanamh. = Er konnte die Arbeit machen (wörtl.: "Er bekam [es hin], die Arbeit zu tun")
Ich darf..../dürfte
Form von bí
+ cead
+ ag
+ Subjekt
+ VN* Tá cead ag an bhfear fuisce a ól. = Der Mann darf Whiskey trinken. (wörtl.: "Ist Erlaubnis bei dem Mann Whiskey zu trinken")
féadfaidh (Futur von féad = können)
+ Subjekt
+ VN* Féadfaidh tú imeacht anois. = du kannst/darfst jetzt gehen. (wörtl.: "können-wirst du gehen jetzt")
Eine Form von is
+ miste
+ le (+ Angesprochenener) wird oft in höflichen Fragen um Erlaubnis (und Antworten darauf) verwendet.
eigtl. Bedeutung: "jemandem etwas ausmachen", wörtl.: miste (< measa+de) (le) = um so schlechter (für) Ar mhiste leat mé a dhul ansin? = Darf ich dort hingehen? (= Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dort hinginge?)
Ní miste. = Ja (,du darfst). (= Es macht mir nichts aus) als Antwot auf die vorhergehende Frage.
Ich mag..../möchte
Form von is
+ maith
+ le
+ Subjekt*
+ Objekt/VN/go Is maith liom beoir = Ich mag Bier. Is maith liom fanacht. = Ich möchte bleiben. Ba mhaith liom fuisce a ól. = Ich möchte Whiskey trinken. (wörtl.: "wäre gut mit-mir Whiskey zu trinken")
(Die Form mit ba, der Präteritum-/Konditionalform von is, wird im Irischen zum Ausdruck von abgeschwächten Wünschen verwendet, es entspricht so auch in dieser Bedeutung dem dt. Konjunktiv II von "mögen": "möchte")
Verstärkend kann stattdessen is
+ breá
+ le benutzt werden.
Ba bhreá liom fuisce a ól. = Ich möchte sehr gern Whiskey trinken. (wörtl.: "wäre schön mit-mir Whiskey zu trinken")
Form des Verbs taitin
+ Objekt
+ le
+ Subjekt*
Taitníonn iasc liom. = Ich mag Fisch. (wörtl.: "gefällt Fisch mit-mir")
Thaitin an capall leis. = Er mochte das Pferd.
Form von bí
+ dúil
+ ag
+ Subjekt
+ i
+ Objekt Tá dúil agam sa tsiúl = Ich mag Wandern.
Form von is
+ fearr
+ le
+ Subjekt*
+ Objekt/VN/go Is fearr liom tae ná caife. = Ich mag/möchte lieber Tee als Kaffee. (wörtl.: "Ist besser mit mir Tee als Kaffee")
Ich will .../wünsche ...
Form von bí
+ Objekt
+ ó
+ Subjekt* Tá braon fuisce uaim. = Ich will etwas Whiskey. (wörtl.: "Ist Tropfen Whiskey von mir")
Form von bí
+ ó
+ Subjekt*
+ VN/go Tá uaim fuisce a ól. = Ich will Whiskey trinken. (wörtl.: "Ist von mir, Whiskey zu trinken")
Teastaíonn
+ Objekt
+ ó
+ Subjekt* Teastaíonn arán uaidh. = Er will/braucht Brot. (wörtl.: "Ist gebraucht Brot von ihm")
Teastaíonn
+ ó
+ Subjekt*
+ VN/go Teastaíonn uaim fuisce a ól. = Ich will Whiskey trinken. (wörtl.: "Gebraucht von mir, Whiskey zu trinken")
Kopula is
+ mian / áil / toil
+ le
+ Subjekt*
+ Objekt/VN/go Is mian liom é a dhéanamh. = ich will/wünsche, es zu tun. (wörtl.: "Ist Verlangen mit-mir, es zu tun"
"mian" kann das Verlangte auch als Genitiv-Attribut bei sich führen: mian a dhéanta = Verlangen, es es tun (wörtl.: "Verlangen seines Tuns")
Ich brauche ...
"Brauchen" ist im Deutschen eigtl. kein Modalverb, hat aber oft modale Funktionen.
Form von bí
+ gá
+ ag
+ Subjekt*
+ le
+ Objekt Tá gá aige leis an bpeann. = Er braucht den Stift. (wörtl.: "Ist Notwendigkeit bei-ihm mit dem Stift")
Teastaíonn
+ Objekt
+ ó
+ Subjekt* Dies kann sowohl "wollen" wie "brauchen" bedeuten, je nach Kontext (wobei man nur das wollen sollte, was man auch wirklich braucht :-)
Teastaíonn arán uaidh. = Er will/braucht Brot. (wörtl.: "Ist gebraucht Brot von ihm")
Form von bí
+ Objekt
+ de dhíth ar
+ Subjekt* Tá braon fuisce de dhíth orm. = Ich will/brauche etwas Whiskey. (wörtl.: "Ist Tropfen Whiskey von Verlust auf mir")
Kopula is
+ gá
+ do
+ Subjekt*
+ VN/go Etwas das nötig ist getan zu werden, muß getan werden, was nicht nötig ist, braucht nicht getan zu werden.
Is gá dom é a dhéanamh. = Ich muß es tun. (wörtl.: "Ist Notwendigkeit zu-mir, es zu tun")
Ní gá duit é a dhéanamh. = Du mußt/brauchst es nicht tun. (wörtl.: "Nicht-ist Notwendigkeit zu-dir, es zu tun")
Form von bí
+ Objekt
+ ag
+ Subjekt* Tá teach agam. = Ich habe ein Haus. (wörtl.: "Ist Haus bei-mir")
Níl carr againn. = Wir haben kein Auto. (wörtl.: "Nicht-ist Auto bei-uns")
Bhí cúpla leabhar ag Síle. = Síle hatte ein paar Bücher. (wörtl.: "War paar Buch bei Síle")
Hiermit wird auch "können" i. S. von best. Fähigkeiten, die man hat, beschrieben:
Tá Gaeilge agam. = Ich kann ("habe") Irisch. Tá snámh agam. = Ich kann schwimmen.
Form von bí
+ Objekt
+ ar
+ Subjekt* Níl ocras orm. = Ich habe keinen Hunger. (wörtl.: "Nicht-ist Hunger auf-mir")
Beidh tart uirthi. = Sie wird Durst haben. (wörtl.: "Wird-sein Durst auf-ihr")
Bhí áthas ar an bhfear. = Der Mann freute sich. (wörtl.: "War Freude auf dem Mann")
Tá slaghdán ar an gcailín. = Das Mädchen hat eine Erkältung. Tá féasóg ar an seanfhear. = Der alte Mann hat einen Bart. Tá doirse móra ar an teach. = Das Haus hat große Türen. (wörtl.: "Sind Türen große auf dem Haus")
Cén t-ainm atá ort? = Wie heißt du? (Welchen Namen hast du? wörtl.:"Welcher Name, der-ist auf-dir?")
Seán an t-ainm atá orm. = Ich heiße Seán. (Seán ist der Name, den ich habe. wörtl.: Seán der Name, der-ist auf-mir)
Form von is
+ le
+ Subjekt
+ Objekt* Is liom an carr seo. = Dies Auto ist meins. (wörtl.: "Ist mit mir das Auto dies")
Is le Pól an teach. = Das Haus gehört Paul. (wörtl.: "Ist mit Paul das Haus")
déan als Hilfsverb
Das Verb déan (= tun, machen) tritt als Hilfsverb zusammen mit Infinitivkonstruktion anderer Verben auf. (Vergleichbar in schlechtem Deutsch ist z.B.: "Ich tue ein Haus bauen.")
Es wird in folg. Fällen verwendet:
Um Beharrlichkeit bei einer Aufforderung auszudrücken
z.B. Déan é a cheannach! = Nun kaufe es doch schon!).
Um die Wohlüberlegtheit von Handlungen und Vorsatz zu beschreiben
z.B. Déanfaidh siad cuid acu a mharú. = Sie werden wirklich einige von ihnen töten. (Sie haben es geradezu vor.)
Um Versprechen (im Futur) abzugeben
z.B. Déanfaidh mé é a chloisint! = Ich werde es mir anhören! (... ganz bestimmt, versprochen!)
In halbnegativen Sätzen ("nur"-Sätzen), um die Handlung selbst mit "nur" einzuschränken
z.B. Ach ní dhearna sé ach gáire. = Aber er lachte nur. (Hier gibt es auch eine entsprech. dt. Satzform: Aber er tat nichts als zu lachen.)
Zur Hervorhebung der Handlung. Das Verbalnomn wird vorgezogen, es folgt ein Spaltsatz mit déan.
z.B. An fear a fheiceáil a rinne tú. = Gesehen hast du den Mann.
Rein formal, um die Konjugation selten verwendeter Verben zu vermeiden.