Caibidil a Trí: Das Verb (an Briathar)Zeitform, Modus und Genus (An Aimsir agus an Modh agus an Fhaí) |
| Zeitform (an aimsir)
Präsens (an aimsir láithreach) habituelles Präsens (an aimsir gnáthláithreach) Präteritum (an aimsir chaite) Imperfekt (an aimsir neamhfhoirfe) oder habituelles Präteritum (an aimsir gnáthchaite) Futur (an aimsir fháistineach) Perfekt (an aimsir fhoirfe) Modus (an modh) Indikativ (an modh táscach) Konditional (an modh coinníollach) Imperativ (an modh ordaitheach) Konjunktiv (an modh foshuiteach) Genus verbi (an fhaí) Aktiv (an fhaí ghníomhach) Passiv (an fhaí chéasta) sonstiges Verlaufsform (an fhoirm leanúnach) Absichtsform (an fhoirm aidhmeach) |
Die Zeitform (oder Tempus) bestimmt die Zeit der Handlung, ob sie in der Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit stattfindet.
Unterschieden werden dabei im irischen Indikativ das einfache Präsens und habituelle Präsens (Gegenwart), Präteritum und Imperfekt (Vergangenheit) und Futur (Zukunft)
Gemeinsam mit den Zeitformen der anderen Modi entstehen acht einfache Zeitformen (aimsirí simplí)
Einfache Zeitformen werden gebildet durch die Wahl einer spezifischen Verbendung. Es sind dies: Präsens (jeweils Indikativ und Konjunktiv), habituelles Präsens (nur Indikativ), Präteritum (Indikativ und Konjunktiv), Imperfekt (Indikativ), Futur (Indikativ) und die Zeitformen des Konditional und Imperativ (im Grunde eine Futurzeitform).
Traditionell werden die einfachen Zeitformen eingeteilt in die primären Zeitformen (aimsirí príomha) Präsens (Indikativ und Konjunktiv), habituelles Präsens (Indikativ), Futur (Indikativ) und Imperativ und die Vergangenheitszeitformen (aimsirí stairiúla) Präteritum (Indikativ und Konjunktiv), Imperfekt (Indikativ) und Konditional. (Wichtiger Unterschied: Die Vergangenheitszeitformen verwenden d’-Vorsatz und Lenition als Rest der Vergangenheits-Verbalpartikel do)
Zusätzlich gibt es noch zusammengesetzte Zeitformen (aimsirí comhshuite)
Diese werden gebildet mit dem Hilfsverb bí, das wiederum in einer der oben genannten einfachen Zeitfomen gebeugt wird. Dies sind die Verlaufsform- und Perfekt-Zeitformen.
Hier folgen zunächst alle Zeitformen des Indikativs:
Man unterscheidet ein einfaches (nicht-habituelles) und ein habituelles Präsens.
Einfaches Präsens und habituelles Präsens haben jedoch eine gemeinsame Form, die Präsensform.
Das Verb bí ist das einzige Verb mit getrennten Formen für habituelles (bíonn sé = er ist) und einfaches Präsens (tá sé = er ist) [ 1 ]
Die Verwendung von habituellen und nicht-habituellen Präsens unterscheidet sich jedoch:
Präsens wird auch für generelle, quasi zeitlose, Aussagen und Feststellungen verwendet.
z.B.: Itheann na beithígh féar. = Kühe fressen Gras.
Die Verwendung des Präsens anstelle des Futurs (im Deutschen z.B. "Wir kommen morgen." statt "Wir werden morgen kommen.") ist allgemein nicht üblich.
Es steht also generell Futur, wenn Futur gemeint ist.
z.B.: Tiocfaimid amárach. = Wir werden morgen kommen..
Eine Ausnahme ist das Verb bí, das oft im einfachen Präsens steht mit Futurbedeutung, wenn ein zukünfiges Ereignis bereits feststeht.
z.B.: Táimid ag filleadh amárach. = Wir werden morgen zurückkehren.
Weiterhin folgt nach má = wenn und cha = nicht generell kein Futur, sondern stattdessen habituelles Präsens (siehe unter Futur).
Im direkten Relativsatz: gibt es eine besondere Relativform mit s-Endung in der 3. Person.
z.B: an fear a ghlana(nn)s an carr = der Mann, der das Auto reinigt.
Das historische Präsens (an láithreach stairiúil)
Selten gibt es in der 3. Person ein historisches Präsens, das in Erzählungen auftritt, die im Übrigen im Präteritum geschrieben sind, um als stilistisches Mittel eine Handlung "präsenter" zu machen.
Statt -ann steht hier in Ulster die alte Präsensendung -(a)idh. z.B.: Glanaidh sé = er reinigt.. Sonst kann hier auch die Relativform -(e)as verwendet werden, obwohl keine Relativbeziehung besteht: z.B.: Glanas Seán an bord = Seán reinigt den Tisch.
Man unterscheidet im Irischen 2 Aspekte der Handlung: habituell
und nicht habituell (in etwa vergleichbar dem russischen vollendeten und unvollendeten Aspekt)
Verwendet wird es für Tätigkeiten, die regelmäßig (gewöhnlich, immer, oft, manchmal, selten, nie) stattfinden
Habituelles Präsens existiert als eigenständige Form jedoch nur für das Verb bí = sein.
Tá sé = er ist (Präsens)
Bíonn sé = er ist (habit. Präsens)
Bei allen anderen Verben gibt es nur eine gemeinsame Form für nicht-habituelles und habituelles Präsens. Siehe hierzu unter Präsens
Einfaches Präsens tritt oft statt habituellem Präsens auf, wenn ohnehin vom Fortbestand einer Handlung auszugehen ist, es also keiner besonderen Erwähnung bedarf:
z.B.: Tá mé i mo chónaí i nGaillimh = Ich wohne in Galway. (... jetzt und weiterhin)
Das Präteritum wird weitaus häufiger als das deutsche Präteritum verwendet. Es wird auch zumeist für deutsches Perfekt und Plusquamperfekt eingesetzt. Es beschreibt eine einmalige (punktuelle) Handlung in der Vergangenheit. Es ist die normale Erzählform in der Prosa.
Außer der autonomen Form tritt Lenition bei unabhängigen Verbformen auf. Ursache der Lenition ist die einstige Vergangenheitspartikel do, die heute nur mehr in Munster z.T. noch gebräuchlich ist.
z.B.: (do) bhuail mé = ich schlug
Vor Vokal und fh- tritt indes stets ein d’-Vorsatz als Rest der Vergangenheits-Verbalpartikel do auf.
z.B.: d’ól mé = ich trank, ich habe getrunken
Die autonome Form wird nicht leniert (mit Ausnahme einiger unregelmäß. Verben), auch erfolgt keine Lenition nach sonst Lenition erfordernden Partikeln. Es tritt auch kein d’-Vorsatz auf. Die Vergangenheitspartikel do würde einen h-Vorsatz vor Vokal erfordern.
z.B.: (do) buaileadh = man schlug, níor buaileadh = man schlug nicht, (do h)óladh = man trank, níor óladh = man trank nicht.
Oft tritt in den Dialekten der h-Vorsatz auch ohne Verbalpartikel do auf und verbleibt dort auch vor anderen Partikeln:
z.B.: hóladh = man trank, níor hóladh = man trank nicht
Das Imperfekt ist die habituelle Form in der Vergangenheit. Es wird ähnlich wie das habituelle Präsens gebraucht. Es ist jedoch im Gegensatz dazu für alle Verben als eigenständige Form verfügbar. Es beschreibt eine wiederkehrende bzw. längerdauernde (nicht-punktuelle) Handlung in der Vergangenheit (vgl. Engl.: "I used to ...")
In der Form ist es gleich dem Konjunktiv-Präteritum, jedoch tritt im Imperfekt in unabhängigen Formen Lenition und d’-Vorsatz als Rest der Vergangenheits-Verbalpartikel do auf (der Konjunktiv-Präteritum tritt nur in der abhängigen Form nach eklipt. Konjunktionen auf).
z.B.: (Do) dhéanadh sé an obair go maith = Er machte [gewöhnlich, immer, ...] die Arbeit gut. D’oladh sé gach lá = Er trank jeden Tag.
Gewöhnlich wird heute auch die autonome Form leniert und diese erhält vor Vokal und fh einen d’-Vorsatz (im Gegensatz zum Präteritum):
z.B.: dhéantaí = man tat, d'óltaí = man trank
Vergleiche den inhaltl. Unterschied zum Präteritum:
Präteritum: Bhuail sé é = Er gab ihm einen Schlag, er schlug ihn, er besiegte ihn
Imperfekt: Bhuaileadh sé é = Er verprügelte ihn, er gab ihm Schläge, er schlug ihn längerdauernd oder regelmäßig
Häufig ist es nach Konstruktionen mit gach = jeder, z.B.: gach uair dá dtéadh sé = jedesmal wenn er gegangen ist
In Ulster wird statt der Imperfektform eine Umschreibung mit ba ghnách le + Subjekt + Infinitivkonstruktion verwendet (wörtl.: "war üblich mit"):
z.B.: Ba ghnách leat an obair a dhéanamh go maith. = Dhéantá an obair go maith. = Gewöhnlich machtest du die Arbeit gut.
Das Futur wird wie deutsches Futur I verwendet, wobei oft auch ein gewünschtes Ereignis im Futur wiedergegeben wird: Beidh deoch agam = Ich werde (will) einen Drink haben
Eine Verwendung des Präsens anstelle des Futur (wie im Deutschen) ist nicht üblich, außer beim Verb bí. Hierdurch ist auch eine Verwendung der Präsens-Verlaufsform (gebildet aus bí und Verbalnomen) im Futursinn möglich.
z.B.: Tá mé ag filleadh amárach. = Morgen komme ich zurück.
Nach der Konjunktion má = wenn und der Verbalpartikel cha = nicht folgt zudem stets habituelles Präsens statt Futur.
z.B. Glanfaidh tú = du wirst reinigen: má ghlanann tú = wenn du reinigst/reinigen wirst, cha ghlanann tú = du reinigst nicht/wirst nicht reinigen
Im direkten Relativsatz gibt es, wie im Präsens, eine besondere Relativform mit s-Endung.
z.B: an fear a ghlanfas an carr = der Mann, der das Auto reinigen wird.
Das Perfekt wird als Zeitform weitaus seltener benutzt (als im Deutschen oder Englischen), statt dessen steht zumeist das Präteritum, bzw. das Präsens bei noch andauernden Handlungen.
Das irische Perfekt kann nur benutzt werden, wenn die Handlung kurz zuvor vollendet wurde (vgl. dt. Bezeichnung "vollendete Gegenwart") und es nötig erscheint, diesen Umstand extra zu erwähnen; oder wenn der Zustand/das Resultat der Handlung beschrieben werden soll (ähnl. dem Perfekt im Griechischen). Es ist keine abhängige Zeitform wie im Englischen (nicht abhängig von Konjunktionen, Adverbien oder anderen Teilsätzen). Es drückt im allgemeinen auch nicht Vorzeitigkeit im Vergleich zu Folgehandlungen aus (mit Ausnahme jener Formen mit Verbalnomen + do + Subjekt).
Es gibt auch keine einfache Bildung des Perfektes mittels einer Konjugationsendung;
Stattdessen werden zusammengesetzte Formen mit dem Hilfsverb bí verwendet, die oft auch passivische Bedeutung haben.
Es gibt nicht nur ein Perfekt, sondern zu jeder einfachen Zeitform in allen Modi ein Perfekt. Durch Präteritumformen von bí entsteht eine Art Plusquamperfekt (an aimsir ollfhoirfe), durch Futurformen von bí ein Perfekt Futur (an aimsir fhoirfe fháistineach) (im Deutschen das Futur II) usw.
Tá sé déanta agam. = Ich habe es getan.
Bhí sé déanta agam. = Ich hatte es getan.
Beidh sé déanta agam. = Ich werde es getan haben.
| transitiv | Form von bí + Objekt* + Verbaladjektiv + ag + Subjekt* |
| intransitiv | Form von bí + Subjekt + Verbaladjektiv |
*:im Irischen ist Subjekt und Objekt eigentlich andersherum, die Angabe bezieht sich vielmehr auf die Entsprechung in deutschen Perfektsätzen.
Die Tatsache, daß im Irischen Subjekt und Objekt vertauscht sind, bedeutet aber auch, daß diese Konstruktion eigtl. ein Passiv-Perfekt ist.
Bei transitiven Verben ist dies im Grunde eine perfektivische Passivform (s.u.).
Sie kann aber übertragen auch als Aktiv-Perfekt übersetzt werden (zumal die Kombination bí + ag ja als Ersatz des Verbs "haben" verwendet wird)
z.B.: Tá an bord briste agam = Ich habe den Tisch zerbrochen / der Tisch wurde von mir zerbrochen. (wörtl.: "Der Tisch ist zerbrochen bei-mir")
Bei (im Irischen eigtl. intransitiven) Verben, die aber indirekte Objekte haben (d.h. Präposition + Objekt, z.B. beir ar rud = etwas fangen), bleibt auch beim Verbaladjektiv die Präposition bestehen und führt dannn das logische Subjekt ein (ein grammat. Subjekt fehlt). Dies ist ebenso hauptsächlich passivisch
z.B.: Tá beirthe ort = Du bist gefangen, Tá beirthe agam ort = Ich habe dich gefangen.
Bei rein intransitiven Verben hat dies natürlich nur eine perfektivische und keine passivische Bedeutung.
z.B.: Tá siad imithe go hÉirinn = Sie sind nach Irland gegangen.
Stets steht das Ergebnis der Handlung im Vordergrund. (in den Beispielen: "der Tisch ist kaputt", "du bist gefangen", "sie sind weg").
| Form von bí + Subjekt + tár éis / i ndiadh + Verbalnomen |
Diese Form legt Wert darauf, daß eine Handlung gerade abgeschlossen wurde.
z.B.: Tá mé tar éis snámh = Ich bin gerade geschwommen (wörtl.: "Ich bin nach dem Schwimmen")
| Form von bí + Subjekt + ar + Verbalnomen |
Diese Form betont mehr den Zustand einer Handlung und ist passivisch. Es stellt strenggenommen ein Passiv-Partizip dar (ar oscailt = "geöffnet seiend").
In dieser Verwendung tritt keine Lenition nach ar auf.
z.B.: Tá an clog ar stad. = Die Uhr ist stehen geblieben.
Tá an doras ar oscailt = Die Tür ist geöffnet.
| ar + Verbalnomen + Genitiv-Objekt + do + Subjekt |
| ar + Possessivpronomen + Verbalnomen + do + Subjekt |
Statt ar kann auch tar éis, i ndiaidh etc. stehen. (siehe mehr dazu unter Syntax des Verbalnomens)
Die Form mit do + Subjekt stellt zwar einen echten Perfekt dar (ar entstand hier aus iar = nach). Diese Form ist jedoch nur ein Satzäqivalent (deutschen Partizipialkonstruktionen vergleichbar), kein eigenständiger Satz. Es beschreibt eine vorzeitige Handlung (im Vergleich zu der Handlung des Hauptsatzes).
In dieser Verwendung leniert ar (früher Eklipse nach iar/ar)
z.B.: Ar oscailt an dorais dom = Nachdem ich die Tür geöffnet habe, ar dhéanamh na hoibre duit = nachdem du die Arbeit gemacht hast.
In Kombination mit dem Possessivpronomen a/ár entstehen die Formen arna/arnár (z.B. arna ól dom = nachdem ich es getrunken habe wörtl.: "nach-seinem Trinken zu-mir").
Diese treten auch in Verbalnomenkonstruktionen als Perfekt-Passiv-Partizip (z.B. arna chur in fhoilsiú ag ... = verlegt von ...) ohne do + Subjekt auf.
Modi dienen der Angabe, ob eine Handlung nur gedacht, gewünscht, unter bestimmten Bedinungen, vermutlich oder ganz real stattfindet
Der Indikativ ist die Wirklichkeitsform zur Angabe real stattfindender Handlungen. Es ist die normale Aussage- und Erzählform in allen bereits oben genannten Zeitformen. (ich bin, ich war, ich werde sein, etc.). Es ist somit der häufigste Modus.
Dies ist die Bedingungsform.
D.h. die Handlung ist abhängig von bestimmten (genannten, oft aber auch ungenannten) Bedingungen.
Im Deutschen verwendet man die Umschreibung mit "würden" (z.B. "Ich würde gehen, wenn...")
So entspricht er auch in der Verwendung weitgehend der dt. "würde"-Form, wobei es freilich auch Unterschiede gibt. Der wichtigste Unterschied ist, daß eine Zeitformunterscheidung nicht möglich ist (im Deutschen durch "würde" und "wäre")
Weiter kann der ir. Konditional z.T. im Deutschen mit "könnte" wiedergegeben werden, da dies im Deutschen oft ebenso zur Darstellung von Möglichkeiten verwendet wird, die von meist ungenannten oder nicht absehbaren Bedingungen abhängen.
Den ir. Konditional gibt es nur in einer Form und ist so zeitformunabhängig.
z.B.: Rachainn (inniu/inné/amárach). = Ich würde (heute/morgen) gehen. / Ich wäre (gestern) gegangen.
Im Konditional tritt Lenition und d’-Vorsatz in der unabhängigen Verbform als Rest der Verbalpartikel do auf.
z.B.: (Do) dhéanfadh sé an obair. = Er würde die Arbeit tun. D’ólfadh sé. = Er würde trinken.
Das Konditional wird verwendet:
Der Imperativ ist die Befehlsform, gebraucht für Befehle und Aufforderungen.
Es gibt ihn nur in einer Zeitform (eigtl. eine Futur-Zeitform, da die befohlene Handlung ja erst stattfinden soll).
Man kann ihn unterscheiden in:
Für den negativen Imperativ (Prohibitiv, an toirmeascach) gibt es eine eigene Verneinungspartikel (Prohibitivpartikel) ná
z.B.: Ná glan é! = Mach es nicht sauber!
Somit ist in negativen Sätzen stets Eindeutigkeit gegeben:
Ní ghlanaimid. = wir reinigen nicht. (Indikativ); Ná glanaimid! = Laßt uns nicht reinigen! (Imperativ)
Ní chluinim sin = Ich höre das nicht. (Indikativ); Ná cluinim sin arís! = Laß mich das nicht noch einmal hören! (Imperativ)
Verwendung des Imperativs
Die Verwendung des Imperativs entspricht weitgehend dem Deutschen in Bezug auf Aufforderungen und Befehle.
Die autonome Form des Imperativs wird insbesondere für Verbotsschilder verwendet. Im Deutschen steht hier der Infinitiv.
z.B.: Ná caitear tobac! = Nicht rauchen! (wörtl.: "Nicht verbrauche-man Tabak!").
Die 3. Person (Iussiv) tritt vor allem in idiomatischen Wendungen auf, in denen grammatisches und logisches Subjekt ungleich sind, wie: Ná bíodh eagla ort! = Hab keine Angst! (wörtl.: "Nicht sei Angst auf-dir!"), d.h. sie richtet sich oft an eine logische 2. Person.
Die 1. Person Singular ist selten, da man kaum sich selbst Befehle erteilt. Auch sie richtet sich eher an eine logische 2. Person, wie das Beispiel zeigt: Ná cluinim sin aris = Laß mich das nicht nochmal hören!
Außerhalb von Befehlen und Aufforderungen wird der Imperativ gelegentlich in Konstruktionen in der Bedeutung "ob oder ob nicht" verwendet, um Gleichgültigkeit auszudrücken.
z.B.: Bíodh sé sásta nó ná bíodh = ob er nun zufrieden ist oder nicht (wörtl.: "Sei er zufrieden oder nicht sei")
Der Imperativ der 3. Person des Verbs bí, bíodh = sei [es], wird zusammen mit go/nach oder agus go/nach als Konjunktion im Sinne von "obwohl" (in etwa: "sei es auch") verwendet:
z.B.: Bíodh nach dtuigim é, tuigim as. = Obwohl ich es nicht genau verstehe, bekomme ich doch ungefähr mit, worum es geht. (wörtl.: "Sei [es auch] daß-nicht verstehe-ich es, ...")
In der indirekten Rede wird der Imperativ stets durch eine Infinitivkonstruktion mit dem Verbalnomen ersetzt.
z.B.: Ceannaigh an capall! > Dúirt sí liom an capall a cheannach. = Kaufe das Pferd! > Sie sagte mir, ich solle das Pferd kaufen.
Der Konjunktiv ist die Möglichkeitsform. D.h. die Handlung ist nicht als real gedacht, sondern nur möglich oder gar unmöglich.
Der Konjunktiv tritt ausschließlich nach Konjunktionen (also nur als abhängige Verbform) auf, die zumeist Eklipse verursachen (nach nár Lenition)
Den Konjunktiv (engl.: subjunctive) gibt es nur in 2 Zeitformen:
Das Aktiv ist diejenige Form, die besagt, daß das Subjekt des Satzes handelt (z.B. glanann sé = er reinigt)
Im Gegensatz dazu besagt der Passiv, das dem logischen Subjekt des Satzes etwas getan wird (z.B. tá sé á ghlanadh = er wird gereinigt)
Das Aktiv gibt es in allen oben genannten Zeitformen und Modi (siehe dort) und bedarf daher keiner näheren Erläuterung.
Das Passiv ist die Leideform. Das Subjekt des Satzes "erleidet" eine Handlung.
Ein einfaches Passiv gibt es im Irischen nicht. Statt dessen werden folgende umschreibende (periphrastische) Wendungen benutzt:
| Form von bí + Subjekt + Verbaladjektiv (+ ag + Handelnder) |
z.B.: Tá an bord briste agam. = Der Tisch wurde von mir zerbrochen. / Ich habe den Tisch zerbrochen.
Ein Satz dieser Art mit dem Verbaladjektiv transitiver Verben sagt, daß etwas getan wurde (von mir) = Passiv,
als auch, daß ich etwas getan habe (Perfekt, dort mehr dazu).
Von der Zeitform ist dieser Passiv stets perfektivisch, denn es betont stets den Status nach einer Handlung.
Es ist also eher ein Zustandspassiv (vgl. dt. Zustandspassiv "Es ist zerbrochen." gegenüber dem Handlungspassiv "Es wurde zerbrochen.")
Die Angabe des Handelnden erfolgt mit ag... (vgl. bí...ag = haben): Der Tisch wurde von mir zerbrochen. / Ich habe den Tisch zerbrochen.
| Form von bí + Subjekt + do + Possessivpronomen + Verbalnomen (+ ag + Handelnder) |
z.B.: Tá an teach á thóigeáil agam = Das Haus wird (gerade) von mir gebaut (wörtl.: "Das Haus ist zu-seinem Bauen/Gebautwerden bei-mir")
Diese Form ähnelt der normalen Verlaufsform mit Pronomen als Objekt, jedoch ist hier das Possessivpronomen stets rückbezüglich auf das Subjekt des Satzes, woraus sich eine Verlaufs-Passivkonstruktion ergibt. Es entspricht somit eher dem deutschen Handlungspassiv.
| autonome Form des Verbs (Saorbhriathar) + Objekt |
Die autonome Form ist eigentlich grammatisch kein Passiv, denn der die Handlung Erleidende bleibt grammatisch Objekt des Verbs und des Satzes.
Sie läßt sich jedoch auch in passivischem Sinne (Handlungspassiv) übersetzen. Zudem ist sie auch etymologisch aus einem Passiv entstanden und mit dem Passiv z.B. des Lateinischen verwandt.
z.B.: Briseadh an bord = Der Tisch wurde zerbrochen.
z.B.: Déantar é. = Es wird gemacht.
Es ist jedoch keine Angabe des Handelnden möglich (d.h. von wem es gemacht wird).
Der Sinn dieser Verbform ist es geradezu, Angaben zum Handelnden zu vermeiden, die Handlung möglichst unpersönlich darzustellen.
Ins Deutschen erfolgt die Übersetzung dieser Form daher, wenn möglich, besser mit dem unpersönl. Pronomen man:
z.B.: Déantar é. = Man macht es.
Wie im Englischen, gibt es auch im Irischen eine spezielle Verlaufsform.
Diese sieht ähnlich der auch in umgangssprachlichem Deutsch üblichen Form aus: (z.B. "Ich bin am/beim Einkaufen")
| Form von bí* + Subjekt + ag + Verbalnomen + Genitiv-Objekt |
*Statt bí auch Verben der Wahrnehmung, des Beginnens/Aufhörens und der Bewegung möglich.
In direkten Relativ-Sätzen a (mit folg. Lenition) statt ag.
Durch Konjugation von bí (oder and.Verben) ist die Verlaufsform in allen o.g. Zeitformen möglich.
Wichtig ist der Unterschied zwischen:
| Form von bí + Subjekt + do + Possessivpronomen + Verbalnomen |
| Tá sé do mo bhualadh = Er schlägt mich (gerade) | Tá sé dár mbualadh = Er schlägt uns (gerade) |
| Tá sé do do bhualadh = Er schlägt dich (gerade) | Tá sé do bhur mbualadh = Er schlägt euch (gerade) |
| Tá se á bhualadh = Er schlägt ihn (gerade) | Tá sé á mbualadh = Er schlägt sie (plur.)(gerade) |
| Tá sé á bualadh = Er schlägt sie (fem.)(gerade) |
In Munster wie Ulster wird jedoch auch ag mo, ag do, ag ár, ag bhur verwendet. In der 3. Person auch hier á
In Munster statt ag mo auch am, statt ag do ad. In
Ulster wird ag oft ganz weggelassen.
In Connacht wird die Standardform verwendet, jedoch statt á dhá
sämtliche Formen hier in einer Beispieltabelle
mehr zur Verlaufsform siehe: Syntax des Verbalnomens
| Form von bí + Subjekt + ar tí + Objekt + a + Verbalnomen |
z.B.: Bhí mé ar tí an carr a dhíol = Ich war grad dabei / im Begriff das Auto zu verkaufen
Ähnlich wie ar tí auch ag bráth, ar thob, ag dul ag siehe Syntax
des Verbalnomens
[ 1 ]
In älteren Grammatiken (P.W. Joyce: A Grammar of the Irish Language, 1922) wird noch bei allen Verben ein Unterschied zwischen einfachem Präsens (synthetische Verbendungen: -im, -ir, -imid, -tí, -id + alter Endung der 3. Person Singular -idh) und habituellem Präsens (analytische Endung -ann/eann für alle Personen) gemacht:
einfaches Präsens: buailidh sé = er schlägt,
habituelles Präsens: buaileann sé = er schlägt (immer)
Heute ist dieser Unterschied nicht mehr anzutreffen (bei manchen unregelmäßigen Verben entfällt indes im einfachen Präsens die Endung -eann/-ann, die nur im habituellen Präsens auftritt):
einfaches Präsens: deir sé = er sagt, habituelles Präsens: deireann sé = er sagt (immer)
Sonst fällt heute in mündlicher Sprache einfaches Präsens und Präsens-Verlaufsform zusammen, während die Endung -ann das habituelle (u. z.T. einfache) Präsens ausdrückt.