Caibidil a hAon: Das Substantiv (An tAinmfhocal)

Das Genus (An Inscne)


Wo sind die Unterschiede zwischen den Genera?
Wie erkennt man das Genus bei Wörtern?
geschlechtsspezifische Personenbezeichnungen
Reste des sächlichen Genus
Die Diminutivendung (iarmhír an dhispeagtha) -ín

Man muss beim Begriff "Geschlecht" zwischen dem natürlichen, biologischen Geschlecht von Lebewesen (Sexus, gnéas) und dem grammatischen Geschlecht (Genus, inscne) unterscheiden.

Im Irischen gibt es 2 grammatische Geschlechter oder Genera (inscní):  maskulin (firinscneach) und feminin (baininscneach)
Überwiegend werden männliche Lebewesen durch maskuline Substantive bezeichnet, für weibliche Wesen braucht man feminine Substantive.
Hierbei gibt’s auffällige Abweichungen zw. Sexus und Genus: z.B.: stail = Hengst ist grammatisch feminin, cailín = Mädchen ist grammatisch maskulin (zur Diminutiv-Endung -ín siehe unten)
Für alle nichtbelebten Dinge gilt: Die Zugehörigkeit zu einer der beiden Gruppen ist meist völlig zufällig, bzw. abhängig von der Endung (siehe unten)
Somit ist das Irische dem Deutschen ähnlich, mit dem Unterschied, daß es im heutigen Irischen kein "sächliches" Geschlecht (Neutrum) mehr gibt.

Wo sind die Unterschiede zwischen den Genera?

Unterschiede bestehen:

Wie erkennt man das Genus bei Wörtern?

Maskulin sind folgende Substantive: Feminin sind folgende Substantive: Bei allen übrigen wird’s schwierig. Maskuline Substantive enden im Nominativ oft auf breite Konsonanten,
feminine Substantive dagegen meist auf schlanke.

geschlechtsspezifische Personenbezeichnungen

Die Unterscheidung von Personenbezeichnungen, u.a. Berufsbezeichnungen, nach dem natürlichen Geschlecht (im Deutschen z.B.: Lehrer und Lehrerin) wird im Irischen seltener durchgeführt. Ein múinteoir ist Lehrer oder Lehrerin, je nach Kontext.
Dennoch gibt es bei Bedarf mehrere Möglichkeiten solcher Unterscheidung:

Reste des sächlichen Genus (fuílleach an neodair)

Das Neutrum (an neodar) ist eigentlich völlig verschwunden. Substantive, die im Altirischen sächlich waren, wurden auf das maskuline und feminine Geschlecht verteilt.
Sie gehören oft der 3. Deklination an.

Vage Reste sind an Folgendem zu erkennen:

Die Diminutivendung (iarmhír an díspeagtha) -ín

Diminutiv = Verkleinerungs-, Verniedlichungsform

Die Endung -ín entspricht den deutschen Endungen -chen oder -lein
Die Endung wird zumeist nach Palatalisierung angehängt, z.B.: fear = Mann > firín = Männchen, Männlein
(nicht palatalisiert wird -ch, -cht, z.B.: luch = Maus > luchín = Mäuschen)
Wörter auf -ín gehören der 4.Deklination an und sind im Prinzip, jedoch nicht immer, maskulin.
Hierbei ist zu unterscheiden:

Generell maskulin sind Wörter, die nicht mehr als Diminutiv (Verkleinerungsform) eines Grundwortes aufgefaßt werden bzw. eine neue Bedeutung entwickelten.
(z.B. wird "cailín" nicht mehr als Diminutiv des veralteten "caile" aufgefaßt, ebensowenig wie deutsches "Mädchen" noch als Diminutiv von "Maid, Magd" gesehen wird. Daher ist "cailín = Mädchen" maskulin!)

Im Falle des echten Diminutivs (an díspeagadh) wird es schwerer:

Nebenbei: Heute ist nurmehr die Endung -ín zur Bildung von Diminutiven produktiv. Früher waren auch weitere Suffixe möglich, z.B. -óg (feminin), -án (maskulin), die in vielen Bezeichnungen erhielten blieben. z.B. cnocán = ein Hügelchen, eitleog = Kurzflug (= "Flügchen"), ordóg = Daumen (= "Hämmerchen")



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Fußnoten:
[ 1 ]:Maskuline Wörter, die Personen weiblichen natürlichen Geschlechts bezeichnen, können dennoch die femininen Pronomina (an cailín > sí, í) verwenden (und andersherum). Weiterhin stimmen manche Substantive und Pronomen nicht im Geschlecht überein (siehe unter Personalpronomen)
[ 2 ]: -ún, úr: auch lateinischstämmige Wörter, dort feminin, sind im Irischen maskulin: an náisiún = die Nation, an nadúr = die Natur