Im Irischen sind zwei Gruppen von Vornamen zu unterscheiden:
Gälischstämmige und gälisierte Namen:
Gälisch z.B. Tadhg, Niall, Eoghan, Domhnall, Brian, Conchubhar/Connór, Diarmaid, Donncha, Cathal, etc.
Vielen gäl. Namen wurde eine engl. "Übersetzung" aufgrund der lautlichen Ähnlichkeit, obwohl unterschiedl. Herkunft mitgegeben: Áine > Anne, Aoife > Eva, Tadhg > Timothy, Eoghan > Eugene, Owen
Gälisiert wurden besonders normannische oder christliche Namen wie Seán < Jehan/Jean, Séamas < James, Searlas < Charles, Gearailt < Gérard, Annraoi < Henry, Micheál < Michael, Sinéad < Jeannette, Liam < Guilliaume/William, Peadar < Peter, Pól < Paul, Eoin < Johannes, etc.
Christl. Namen unterscheiden sich gelegtl. vom namensgebenden Heiligen, z.B. Eoin = hl. Johannes, als Name üblich ist indes eher Seán (vom normann.-frz. Jehan/Jean). Besonders auffällig ist das bei Maria (als Heilige Muire, als Name Máire)
männliche Namen werden oft nach der 1. Deklination gebeugt: Seán - Genitiv Sheáin - Vokativ a Sheáin, Niall - Néill - a Néill, Tomas - Thomais - a Thomais aber auch andere Deklinationen kommen vor: 3. Deklination: Diarmaid - Dhiarmada - a Dhiarmaid; Mathúin - Mhathúna - a Mhathúin, 4. Deklination: Donncha - Dhonncha - a Dhonncha
weibl. Vornamen gehören meist der 2. oder 4. Deklination an: Niamh - Néimhe - a Niamh, Bríd - Bhríde - a Bhríd, Sinéad - Shinéad - a Shinéad, Síle - Shíle - a Shíle Viele weibl. Vornamen werden mittels der Verkleinerungsendung -ín gebildet: Nóirín, Máirín, Póilín, Róisín.
Diese kann aber auch bei männl. Vornamen stehen: Seáinín = Johnny
Englische u. ausländ. Namen (auch anglisierte Namen normann. oder gälischer Herkunft) wie Tom, Donald, John, Gerald, William, Janet. Diese Namen werden nicht dekliniert, sie werden auch meist weder leniert noch ekliptiert.
Iren stehen oft zwei Namensformen zur Verfügung, einen englischen (oder anglisierten) und einen gälischen (oder gälisierten) Vornamen, die je nach Präferenz und verwendeter Sprache benutzt werden.
Im Irischen ist es häufig üblich, Adjektive zur näheren Bezeichnung eines Vornamensträgers zu verwenden.
Dies sind insbes. Adjektive wie mór = groß und óg = jung, seltener auch beag = klein, die entsprechend deutschem/engl. "junior" oder "senior" verwendet werden.
z.B.: Séamas Óg Ó Néill = James O’Neill, jr. Farbadjektive zur Bezeichnung der Haarfarbe sind häufig.
z.B.: Bríd Rua = Bríd, die Rothaarige, Áine Bhán = Áine, die Blonde, Aodh Rua Ó Domhnaill = Hugh Roe O’Donnall (der rote Hugh O’Donnall)
In der Gaeltacht werden oft informell anstelle der Familiennamen (die sich lokal stark häufen können, als Unterscheidungsmerkmal also ungeeignet sind) die Vornamen des Vaters und Großvaters leniert im Genitiv verwendet.
z.B.: Seán Mhairtin Phóil = John, Martins Sohn, Pauls Enkel
Hier muß man mehrere Gruppen unterscheiden. Zumeist sind die Familiennamen für Männer und Frauen unterschiedlich.
I: Gälische und gälisierte Familiennamen (Sloinnte Gaelacha agus Sloinnte Gaelaithe) Dies ist die größte Gruppe. Sie umfaßt vor allem die Namen auf Ó und Mac ("And if he lacks both O and Mac no Irishman is he").
Es gibt aber auch einige typisch irische Namen ohne Ó und Mac, dies sind unter anderem jene auf -ch und jene mit de.
Die häufigste Gruppe ist die der gälischen (und gälisierten) Familiennamen auf Ó ("Nachfahr, Enkel") und Mac ("Sohn").
Mac wird hier zumeist [ək] ausgesprochen, manchmal auch so geschrieben: ’ac Obwohl die Wörter ó und mac "Enkel" bzw. "Sohn" bedeuten, heißt dies nicht, daß man sich nach seinem Vater oder Großvater benennt. Diese Nachnamen sind zumeist seit Jahrhunderten unverändert (wie deutsche Namen auf -son, -sen) und verweisen auf einen sehr entfernten Vorfahren. Derart feststehende Familiennamen gibt es seit dem 11./12. Jh., wenn auch viele später noch hinzukamen.
Nach Ó bzw. Mac folgt der Vorname des jeweiligen Vorfahren im Genitiv.
z.B.:
Ó Braonáin = "Enkel Braonáns", ein Nachfahr eines Braonán (anglis. (O’)Brennan)
Ó Dónaill = "Enkel Dónalls", ein Nachfahr eines Dónall (anglis. O’Donnell, O’Donald),
Ó Caoibh = "Enkel Caobhs", ein Nachfahr Caobhs (anglis. O’Keefe)
Ó Cinnéide = "Enkel Cinnéides", ein Nachfahr Cinnéides (anglis. (O’)Kennedy)
Ó Cathasaigh = "Enkel Cathasachs", ein Nachfahr eines Cathasach (anglis. O’Casey)
Ó Buadhaigh = "Enkel Buadhachs", ein Nachfahr eines Buadhach (anglis. Boyce, Bowie, Bogue)
Ó Donnchadha = "Enkel Donnachadhs, ein Nachfahr eines Donnachadh (anglis. O’Donnaghue)
Ó hEadhra = "Enkel Eadhras, ein Nachfahr eines Eadhra (anglis. O’Hara)
Mac Aonghusa = "Sohn Aonghus’", ein Sohn eines gewissen Aonghus (anglis. (Mac)Guinness)
Mac Carthaigh = "Sohn Carthachs", ein Sohn eines gewissen Carthach (anglis. MacCarthy)
Mac Diarmada = "Sohn Diarmaids", ein Sohn eines gewissen Diarmaid (anglis. MacDermot)
Gelegentlich treten die Wörter Maoil (Genitiv von Maol = "Verehrer, Anhänger") oder Giolla ("Diener"), meist mit Heiligennamen, auf.
z.B.: Mac Giolla Íosa = "Sohn des Dieners Jesu" (anglis.: MacAleese), Mac Giolla Phádraig = "Sohn des Dieners Patricks" (anglis. MacGilpatrick) Mac Giolla Easpaig = "Sohn des Dieners des Bischofs" (anglis. MacGillespie) Mac Giolla Phóil = "Sohn des Dieners Pauls" (anglis.: MacGilfoyle)
Ó Maoil Eoin = "Enkel des Anhängers des Johannes" (anglis.: O’Malone) Ó Maoil Aoidh = "Enkel des Anhängers Aodhs" (anglis. O’Molloy) Ó Maoil Mhichil = "Enkel des Anhängers des Michael" (anglis. O’Mulville) Ó Maoil Bhríde = "Enkel des Anhängers der Brigitte" (anglis.: O’Mulready).
der Namensbestandteil Con (Genitiv von Cú = Hund) ist Teil des folgenden Namens, Con- wird nicht leniert.
z.B.:
Mac Conmhaoil = MacConwill Mac Conmara = MacNamara
Manchmal werden auch Vorfahren anhand ihrer Berufsbezeichnung, Herkunft u.ä. angeführt, dann meist mit dem Artikel an.
z.B.:
Mac (an) Gabhann = "Sohn des Schmiedes" (anglis.: MacGowan),
Mac an Bhaird = "Sohn des Barden" (anglis.: MacWard, Ward)
Mac an Bhreithiún = "Sohn des Richters" (anglis.: MacBrown, Brown)
Mac an tSaoir = "Sohn des Freien / des Zimmermanns" (anglis.: MacAteer/McIntyre),
Mac an tSaoi = "Sohn des Weisen" (anglis.: MacKenzie)
Mac an tSagairt = "Sohn des Priesters" (anglis.: MacTaggart)
Mac an Lia = "Sohn des Arztes" (anglis.: MacAlee, MacLee)
Mac an Ghaill = "Sohn des Fremden" (anglis.: MacGill)
Mac an Ultaigh = "Sohn des Ulsterischen" (anglis.: MacNulty)
in der anglisierten Form tritt O’ statt Ó und z.T. Mc statt Mac, sowohl bei Männern wie Frauen. Oft wurde O’ und Mac auch ganz weggelassen. Die Schreibung "Mc" kommt nur in engl. Varianten vor, auch wenn sie sich von einer alten ir. Kurzschreibung herleitet.
Vor allem Namen normannischer Herkunft setzen im Englischen Fitz statt Mac (Mac Gearailt = FitzGerald) Fitz stammt von frz. fils = Sohn.
Die jeweilige engl. Namensform gälischer Namen ist oft sehr verballhornt und zum Teil sehr unterschiedlich geschrieben,
z.B.: Mac Oisdealbha = Costello, Ó hEachthairn = Ahern, Ó Tuathail = O’Toole, Mac Aonghusa = Guinness, Mac Ambróis = MacCambridge.
Auch wörtl. Übersetzungen kommen vor:
Mac Gabhann = Smith/Smithson, Mac an tSaoir = Carpenter
Die Rechtschreibreform der 40er Jahre wird im Allgemeinen auch auf Familiennamen angewendet:
z.B. Ó Seaghdha > Ó Sé, Ó Murchadha > Ó Murchú, Mac Mathghamhna > Mac Mathúna
Namensform für Männer: Der Name des Mannes beginnt mit Ó (z.T. auch Ua)
oder Mac (z.T. auch Mag vor Vokal).
Der folg. Name ist unleniert (nach Ó), zu einem Teil leniert (nach Mac), nach Ó folgt vor Vokal ein h-Vorsatz.
Die Lenition nach Mac ist abhängig vom Alter des Namens, nur bei jüngeren Namen tritt Lenition auf.
z.B.
Seán Ó Cathail = "John, Enkel Cathals",
Pádraig Ó Laoghaire = "Patrick, Enkel Laoghaires" (anglis.: Patrick O’Leary)
Pádraig Ua Duinnín = "Patrick, Enkel Duinníns" (anglis.: Patrick Dinneen),
Peadar Ó hÓgáin = "Peter, Enkel Ógáns" (anglis.: Peter [O’]Hogan)
Seán Ó hAonghusa = "John, Enkel Aonghus"(anglis. John [O’]Hennessey)
Pól Mag Uidhir = "Paul, Sohn Odhars" (anglis.: Paul Maguire),
Séamas Mag Fhinn = "James, Sohn Finns" (anglis.: James MacGinn),
Liam Mac Phaidín = "Liam, Sohn Paidíns" (anglis.: Liam MacFadden),
Brian Mac Mathúna = "Brian, Sohn Mathúins" (anglis.: Brian McMahon)
Namensform für unverheiratete Frauen: (also der "Mädchenname") Hier gibt es die Wörter
Ní = "Nachfahrin, Enkelin" (eigtl. eine Zusammenziehung aus Iníon Uí = "Tochter des Nachfahren/Enkels") statt Ó und
Nic = "Tochter" (eigtl. eine Zusammenziehung aus Iníon Mhic = "Tochter des Sohnes") statt Mac Nach Ní und Nic wird leniert (außer c und g nach Nic)
z.B.
Máire Ní Cheallaigh = "Maria, Enkelin Ceallachs" (anglis. als Mary O’Kelly),
Róisín Ní Mhurchú = "Röslein, Enkelin Murchús (anglis. als Rose O’Murphy)
Caitlín Ní Bhraonáin = "Kätchen, Enkelin Braonáns" (anglis. als Kathleen (O’)Brennan)
Aoife Ní Mhaoil Mhichil = "Aoife, Enkelin des Anhängers des Michael" (anglis.: Eve O’Mulville)
Áine Nic Mhathúna = "Anne, Tochter Mathúins" (anglis.: Ann MacMahon),
Máire Nic Aoidh = "Maria, Tochter Aodhs" (anglis.: Mary McKee)
Namensform für verheiratete Frauen (nach Annahme des Familiennamen des Ehemannes. Dies ist jedoch nicht notwendig: es kann auch der Mädchenname weiterbenutzt werden.)
Die Namensform wird durch das Vorsetzen des Wortes Bean = Frau gebildet, der Familienname (des Ehemannes) steht dann in Gänze im Genitiv, aus Ó wird Uí, aus Mac wird Mhic, insgesamt also (Bean) Uí oder (Bean) Mhic. (Bean kann weggelassen werden.)
Nach Uí und Mhic wird leniert (außer c und g nach Mhic)
z.B.:
Máire (Bean) Uí Cheallaigh = "Maria (Frau) des Nachfahren des Ceallach" (anglis.: Mary O’Kelly),
Áine (Bean) Mhic Mhathúna = "Anne (Frau) des Sohnes des Mathúins" (anglis.: Ann MacMahon)
Namensform auf -ch Von Namen auf Ó und Mac (vorausgesetzt, ein Personenname im Genitiv folgt) können Formen auf -ch gebildet werden. Dies sind im Grunde substantivierte Adjektive.
Die Wörter Mac bzw. Ó entfallen, sämtliche dieser Formen enden auf -ch (zumeist -each, -ach, seltener íoch).
Diese Namensform wird stets mit dem Artikel (außer im Vokativ) sowie stets ohne einen Vornamen verwendet.
Nicht üblich sind solche Formen bei Namen mit Maoil, Giolla oder bei Namen aus Berufs- und ähnl. Bezeichnungen.
Nicht zu verwechseln ist diese bloße Namensform mit jenen Namen auf -ch, zu denen es gar keine Form mit Ó oder Mac gibt (siehe: 2. Substantivierte Adjektive auf -ch als Namen)
Zur Bildung
wird der auf Ó/Mac folgende Name des Vorfahren in den Nominativ zurückversetzt (Ó Néill > Niall) und die Endung -ch angefügt (an Niallach)
Bei Namen auf -igh (= Genitivform eines Personennamens auf -(e)ach) braucht der Name nur in den Nominativ zurückversetzt zu werden (Mac Cárthaigh > an Cárthach, Ó Ceallaigh > an Ceallach)
z.T. tritt Synkope auf: Ó Cadhain > an Cadhnach, Ó Siadhail > an Siadhlach (statt *an Cadhanach, *an Siadhalach)
Diese Form ist normal deklinierbar (1.Deklination: Genitiv und Vokativ sowie Nominativ Plural: -igh)
z.B.: an Carthach - an Charthaigh (Gen.) - ag an gCarthach (Dat.) - a Charthaigh (Vok.) - na Carthaigh (Nom. Plur.) - na gCarthach (Gen. Plur.)
Benutzt wird sie
wenn der männl. Namensträger ohne Vornamen oder Titel genannt wird entsprechend dt. z.B.: "Schmidt hat es getan", "Herr Schmidt kam herein" [1 ],
z.B.: Dúirt an Mathúnach = (Mr.) MacMahon sagte (wörtl. in etwa: "Sagte der Mathuin’sche") Tá an Ceallach ann = (Mr.) O’Kelly ist da (wörtl.: "Ist der Ceallach in-es") Tháinig an Niallach isteach = (Mr.) O’Neill kam herein. (wörtl.: "Kam der Niall’sche herein")
wenn der männl. Namensträger ohne Vornanen oder Titel angesprochen wird (dann im Vokativ):
z.B.: a Cheallaigh! = Mr. O’Kelly!
in Verwendungen für weibl. Namensträger im Sinne von "Mrs." zusammen mit bean = Frau z.B.: Bean an Cheallaigh = Mrs. O’Kelly
im Plural zur Familienbezeichnung z.B.: na Ceallaigh = die O’Kellys
Sie wird auch bei Doppelnamen verwendet (im Falle des zuerst stehenden Namens):
Séamas Ceallach Ó Néill = James Kelly O’Neill Seán Gearáltach Ó Cinnéide = John FitzGerald Kennedy
Formen für "Herr ..."/"Mr. ..." Neben der bereits genannten Form auf -ch mit Artikel gibt es noch zusätzlich:
Mac Uí (gleichlautend sowohl bei Namen auf Ó und Mac)
z.B.: Mac Uí Mhathúna = an Mathúnach = Mr. MacMahon Mac (in Namen auf Mac, v.a. in Namen mit Giolla oder mit dem Artikel)
z.B.: Mac an tSaor = Mr. MacAteer an tUasal (wörtl. "der Hohe, Edle") Dies tritt v.a. in der Adressierung in Briefen auf (ähnlich dem englischen Esquire), kommt aber auch als allgemeine Übersetzung für "Mister" vor.
z.B.: an tUasal Seán Ó Sé = Seán Ó Sé, Uas. = John O’Shay, Esq. = Herrn John O’Shay
Formen für "Frau ..."/"Mrs. ..." Bean Uí bei Namen mit Ó
Bean Mhic bei Namen mit Mac
auch Bean an mit der Namensform auf -ch (hier Genitiv -igh)
z.B.: Bean Uí Chadhain = Bean an Chadhnaigh = Mrs. O’Cain z.B.: Bean Mhic Mhathúna = Bean an Mhathúnaigh = Mrs. MacMahon
nicht mehr ganz zeitgemäß (aber auch im Englischen noch üblich) ist es, den Vornamen des Ehemannes (dann im Genitiv) zu nennen
(z.B. Bean Sheáin Uí Mhurchú = Mrs. John Murphy)
Formen für "Fräulein ..."/"Miss ..." Iníon Uí bei Namen mit Ó
Iníon Mhic bei Namen mit Mac
auch Iníon an mit der Namensform auf -ch (hier Genitiv -igh)
z.B.: Iníon Uí Cheallaigh = Iníon an Cheallaigh = Miss O’Kelly z.B.: Iníon Mhic Mhathúna = Iníon an Mhathúnaigh = Miss MacMahon
Formen für "die O’Kellys"/"Familie O’Kelly" Muintir bei Namen auf Ó (statt Ó):
z.B.: Muintir Cheallaigh = die O’Kellys / Familie O’Kelly Clann Mhic bei Namen auf Mac z.B.: Clann Mhic Mhathúna = die MacMahons / Familie MacMahon[2 ]
Clann Uí bei Namen mit Ó Maoil z.B.: Clann Uí Mhaoil Eoin = die Malones / Familie Malone Formen auf -ch im Plural (also -igh):
z.B.: na Ceallaigh = die O’Kellys, na Mathúnaigh = die MacMahons
einige wenige Namen haben keine Form mit Ó, Mac oder de. Sie enden stets auf -ch (zumeist -each/-ach).
Es sind substantivierte Adjektive (z.B. Breathnach = Walisisch)
z.B.:
Pól Breathnach = "Paul Walisisch" (anglis.: Paul Walsh/Brannagh) auch: Breatnach Seán Caomhánach = "John Mild" (anglis. John Kavanagh)
Tadhg Cinnseallach = "Tadhg Tapfer" (anglis. Timothy Kinsella)
Séamas Laighneach = "James Leinsterisch" (anglis. James Lynagh)
nach weibl. Vornamen werden sie leniert
z.B.:
Áine Bhreathnach (anglis. Ann Walsh)
Máire Chaomhánach (anglis. Mary Kavanagh)
Sinéad Chinseallach (anglis. Janet Kinsella)
sie werden nach der 1.Deklination der Substantive dekliniert (z.B. Breathnach - gen. Breathnaigh - plur. Breathnaigh)
für "Herr/Mister ..." tritt der Artikel oder ein Mac an hinzu:
z.B.: an Breathnach = Mac an Bhreathnaigh = Mr. Walsh
"Frau/Mrs..." bedeutet: Bean an ... z.B.: Bean an Bhreathnaigh = Mrs. Walsh
"die Walshs" bildet man mit dem Plural-Artikel
z.B.: na Breathnaigh = die Walshs
Namen mit de sind stets anglo-normannischer Herkunft, wobei de dem frz. de = von entspricht. Es wird aber auch statt frz. le = der und statt des engl. Artikel the = der bzw. für mittelengl. atte = at the eingesetzt.
Es entspricht nicht der irischen Präposition de, daher auch gewöhnlich keine Lenition nach diesem de (anglo-normann. oder engl. Namen mit w- oder v- werden aber mit bh- wiedergegeben).
Aussprache meist einfach [ə].
z.B.
de Búrca = "de Bourge", anglis.: Burke, de Buitléir = "le bouteillier", engl.: (the) Butler, de Róiste = "de Roche", engl.: Roche, de Paor = "le Poer", anglis.: Power, de Blaca = "le Blac", anglis.: Blake
auch hiervon läßt sich eine Form auf -ch bilden (dann ohne "de")
z.B.: an Búrcach = (Mr.) Burke, an Buitléarach = (Mr.) Butler
hinsichtlich der Formen Mr.Burke / Mrs.Burke verhalten sie sich wie die obigen Formen, "de" entfällt:
z.B.: Mac an Bhúrcaigh = an Búrcach = Mr. Burke,
Bean an Bhúrcaigh = Mrs. Burke
viele Namen der Nachfahren früher anglonormann. Einwanderer ("na Sean-Ghaill") v.a. normann, engl. und walis. Herkunft wurden in der Schreibweise und Aussprache gälisiert, jedoch ohne die Bestandteile Mac, Ó oder de.
z.B.: Seathrún Céitinn = Geoffrey Keating oder auch:
Standún = Stanton, Puirséil = Purcell, Daltún = Dalton (d’Alton), Ruiséil = Russell, Dairsigh = Darcy (d’Arcy), Seoigh = Joyce, etc.
diese Namen werden im allgemeinen nicht leniert, z.B. teach Sheáin Daltún = John Daltons Haus
auch hiervon können Formen auf -ch gebildet werden (bei Namen auf -éir und -éil > -éarach, -éalach; einige Namen auf -igh > -íoch), Mr. und Mrs. wie oben
z.B.
an Céitinneach = (Mr.) Keating; Mac an Chéitinnigh = Mr. Keating, an Ruiséalach = (Mr.) Russell; Bean an Ruiséalaigh = Mrs. Russell, an Dairsíoch = (Mr.) Darcy; Bean an Dairsígh = Mrs. Darcy, an Seoigheach = (Mr.) Joyce; Bean an Seoighigh = Mrs. Joyce oder: muintir Chéitinn / na Céitinnigh = die Keatings, na Daltúnaigh = die Daltons, na Ruiséalaigh = die Russells, na Dairsígh = die Darcys, na Seoighigh = die Joyces
eine andere Form der Gälisierung ist die simple Übersetzung oder Annahme ähnlich klingender gälischer Namen, diese verhalten sich daher auch wie gälische Namen (z.B.: Smith > Mac Gabhann, Mary Robinson > Máire Mhic Róibín )
II: Englische u.a. ausländische Nachnamen Diese Namen wurden nicht irischer Schreibweise angepaßt. Ihre Träger sind Einwanderer der letzten Jahrhunerte ("na Nua-Ghall"), z.B. Miller, Dickens, Warwick, etc. In Irischer Sprache verhalten sich diese Namen im Prinzip wie die gälischen und gälisierten Namen, sie sind jedoch nicht lenierbar und werden nicht dekliniert! Formen auf -ch sind nicht üblich.
Auch deutsche u.a. ausländ. Nachnamen werden in Irischer Sprache so behandelt.
z.B.: Seán Miller = John Miller, Mac Uí Miller = Mr. Miller, Bean (Uí) Miller = Mrs. Miller, muintir Miller = die Millers z.B.: Hans Schmidt, Mac Uí Schmidt = Herr Schmidt, Bean (Uí) Schmidt = Frau Schmidt, muintir Schmidt = die Schmidts
Wenn man jemanden anredet, in mündlicher oder schriftl. Form, verwendet man einen speziellen Fall, den Vokativ und die Vokativpartikela. Diese Partikel löst Lenition aus.
Lediglich in der 1. Deklination haben Substantive eine spezielle Vokativform, die dem Genitiv entspricht. In allen anderen Deklinationen ist die Vokativform gleich der Nominativform.
Allerdings gehören die meisten männlichen Vornamen zur 1. Deklination und auch das in Nachnamen häufige Wort Mac gehört hierzu. Auch das unregelmäßige Wort Ó hat eine Vokativform, die dem Genitiv gleich ist.
z.B.: Seán: a Sheáin = John!, Séamas: a Shéamais = James!,
Folgende Änderungen treten somit in Nachnamen auf:
Ó zu Uí:
Seán Ó Ceallaigh: a Sheáin Uí Cheallaigh = John O’Kelly!
Mac zu Mhic:
Pól Mac Mathúna: a Phóil Mhic Mhathúna = Paul MacMahon!
Namen bzw. Formen auf -ch zu -igh:
Pól Breathnach: a Phóil Bhreathnaigh = Paul Walsh! an Brianach: a Bhrianaigh = Mr. O’Brian!
Bean zu Bhean Máire Bean Uí Cheallaigh: a Mháire Bhean Uí Cheallaigh = Mrs. Mary O’Kelly!
Die allgemeine Anrede (engl. Sir!, Madam!, dt. Mein Herr!, Meine Dame!):
männlich: a dhuine uasail! = Sir!
weiblich: a bhean uasal! = Madam!
mehrere: a dhaoine uaisle! = Ladies and Gentlemen!, Meine Damen und Herren!
Irische Orte haben zumeist 2 Namen, einen irischen und einen englischen. Zumeist ist die irische Namensform die ältere, der engl. Name nur eine Verballhornung des Originals.
Einige Küstenstädte haben im Englischen Namen skandinavischer (wikingischer) Herkunft (Wicklow, Wexford, u.a.). Die irischen Bezeichnungen weichen davon völlig ab. (Cill Mhantáin, Loch Garman)
Offizielle Bezeichnungen sind für Orte in den Gaeltachten nurmehr die irischen Namen.
Einige Orte wurden nach der Unabhängigkeit umbenannt und haben so nurmehr einen irischen Namen, der auch im Englischen verwendet wird (z.B. Dún Laoghaire, County Laois)
Irische Ortsnamen widersetzen sich zum Teil der Rechtschreibreform (z.B. oft noch Cois Fhairrge statt Cois Fharraige).
Es finden sich auch sonst unüblich gewordene grammatische Formen (z.B. Eklipse nach einstmals sächlichen Wörtern: z.B.: Loch nEathach, engl. Lough Neagh, An Muileann gCear, engl. Mullingar). Manchmal ist Eklipse nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar: (Loch Garman statt älter Loch gCarman, engl. Wexford, ein Einwohner Wexfords: Carmanach)
Fluß- und Ländernamen treten meist mit dem Artikel auf (z.B. an Life = Liffey, an tSionnain = Shannon, an Bhoinn = Boyne,
an Ghearmáin = Deutschland, an Fhrainc = Frankreich, an Iodáil = Italien, an Rúis = Rußland). Ausnamen ohne Artikel sind Meiriceá = America, Sasana = England, Ceanada = Canada, Albain = Schottland (hier Artikel aber im Genitiv), Éire/Érinn = Irland (hier ebenfalls Artikel im Genitiv).
Meeres- und Seen-Namen treten meist ohne Artikel auf (Loch nEathach = Lough Neagh, Muir nIocht = Ärmelkanal), einige jedoch mit Artikel (an tAigéan Atlantach = der Atlantik, an Mheánmhuir = das Mittelmeer
Die Bezeichnungen der 3 ProvinzenUlster, Leinster und Connacht und das Wort für England Sasana sind ursprünglich Pluralwörter, ursprünglich die dort lebenden Volksgruppen benennend. Singularformen dieser Volksgruppenbezeichnungen sind nicht mehr üblich. Heute werden solche sekundär mittels der Endung -(e)ach gebildet.
Durch den Pluralcharakter erklären sich die Genitivformen (da Genitiv Plural) und tw. noch immer verwendete alte Dativformen (Dativ Plural).
Ulaidh = Ulster, eigtl "Ulsterleute", 1. Dekl., gen. Uladh, dat. Ultaibh Cúige Uladh = Provinz Ulster, eigtl. "Fünftel der Ulsteraner"
Einwohner: Ultach = ein Ulsteraner
Laighin = Leinster, eigtl. "Leinsterleute", 1. Dekl., gen. Laighean, dat. Laighnibh Cúige Laighean = Provinz Leinster Einwohner: Laighneach = ein Leinsteraner
Connachta = Connacht, 3. Dekl., fem., gen. Connacht, dat. Connachtaibh Cúige Chonnacht = Provinz Connacht Einwohner: Connachtach = ein Connachter
Sasana = England, eigtl. "(die) Sachsen", 1. Dekl., gen. Sasan, dat. Sasanaibh (ältere Formen: auch Sacsana, Sacsain, alter Sing. Sacsan = Sachse)
Einwohner: Sasanach = ein Engländer
Heute werden die 3 Provinznamen jedoch fast ausschließlich im Genitiv zusammen mit dem Wort Cúige = Provinz verwendet, um den Pluralcharakter zu umgehen.
Sasana wird hingegen heute als Singularwort aufgefaßt (4. Dekl., fem., gen./dat. Sasana). Die Entwicklung verlief somit ähnlich wie im Deutschen, wo das Wort "Sachsen" auch zunächst den Stamm der Sachsen beschrieb, heute jedoch als Singularwort "(das) Sachsen" auftritt.
an Mhumhain = Munster ist stets ein Singularwort: 5.Dekl., fem., alter Nominativ Mumha, gen. Mumhan, dat. Mumhain jedoch auch zumeist mt Cúige: Cúige Mumhan = Provinz Munster. Ein Bewohner Munsters ist ein Muimhneach
Die englische Endung -ster der Provinznamen entstammt dem Irischen oder Anglo-Normannischen tír = terre = Land.
das Wort Cúige = Provinz bedeutet eigtl. "Fünftel", da ursprünglich eine 5. Provinz unerschieden wurde: altirisch Míde = "Mitte". Die heutigen Counties Meath (an Mhí, Contae na Mí) und Westmeath (an Iarmhí) tragen diesen Namen, allerdings war die histor. Provinz weit größer.
Die Namen der Counties ("Grafschaften") sind meist die Namen der jeweiligen Hauptstadt oder einer Landschaft, mit der sie zufällig mehr oder minder übereinstimmen. Die Counties wurden durch die brit. Besatzung eingeführt und sind (zumindest in ihren Grenzen) nicht traditionell.
Traditionelle irische Landschaftsnamen orientieren sich oft an bestimmten Stämmen und Clans, die dort einst (oder noch immer) siedelten. So ist der Osten Ulsters nach dem einst dort siedelnden Stamm als Oirghialla im Irischen bekann. Die Halbinsel Corca Dhuibhne ist nach einem weiteren Stamm benannt (ir. corca = Stamm), im Englischen nach der Stadt Dingle.
Auch Namen best. Herrscher tauchen in Landschaftsamen auf (z.B. Tír Chonaill = "Conalls Land", engl. Tyrconnel, als alter Name großer Teile des Co. Donegal, Tír Eoghain = "Eoghans Land", engl. Tyrone, Inis Eoghain = "Eoghans Insel", engl. Inishowen. Die Gegend um Waterford ist als na Déise, engl. the Decies, nach dem Stamm der Déisi benannt.
Munster war früher in Teilkönigreiche geteilt, die einfach der Himmelsrichtung nach benannt wurden: Deasmhumhain = Südmunster, engl. Desmond, Tuadhmhumhain = Nordmunster, engl. Thomond, Urmhumhain = Ostmunster, engl. Ormond, etc.
Manche Namen von Landschaften, Inseln orientieren sich an der Form und Umgebung, so Arainn, die Aran-Inseln, nach der Form der Hauptinsel einer Niere (ir., veraltet ara).
[1 ] Der volle Familienname mit Ó ohne Vorname oder andere Beifügungen, z.B. Ó Néill war früher in alter gälischer Kultur als Herrscher-Titel dem jeweiligen König (Rí) oder Stammesoberhaupt (Taoiseach Cine) vorbehalten. (z.B.: Ó Néill = "der O’Neill" / "the O’Neill", also das Oberhaupt der O’Neills, damals auch König von Ulster bzw. später der Graf von Tir Eoghain/Tyrone).
Auch heute wird die Form "Ó Néill" ohne sonstigen Titel oder Vorname nur dann verwendet, wenn berühmte Namensträger bezeichnet werden., als Zeichen besonderer Wertschätzung.
In Sätzen wie: "Tháinig Ó Néill isteach = O’Neill kam herein" ist stets ein besonderer, berühmter O’Neill gemeint, keineswegs ein x-beliebiger, eher unbekannter Paddy O’Neill (Pádaí Ó Néill).
Ist jedoch ein solcher gemeint, muß es "Tháinig an Niallach isteach = O’Neill kam herein" oder aber es muß ein Vorname dabei stehen "Tháinig Pádaí Ó Néill isteach = Paddy O’Neill kam herein" heißen!
[2 ]
Seltener wird Mhic ausgelassen, vor s kann ein t-Vorsatz auftreten: Clann tSuibhne = Familie MacSweeney